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Aus dem Rathaus

Brückenschlag steht nicht bevor - Noch keine "Brücke über die Dahme"

Fraktion
Foto: Petra Reichardt

Die Ausgabe des „Berliner Abendblatt“ vom Ende September wurde mit der Überschrift „Brückenschlag ist beschlossen“ aufgemacht. Berichtet wird, dass laut Bezirksamtsbeschluss eine Brücke die Stadteile Wendenschloß und Grünau verbinden soll. Die Brücke soll laut Abendblatt dort gebaut werden, wo heute die Fähre ist.

Was den Aufmacher und den Bericht im „Abendblatt“ betrifft, denke ich, dass der Autor so einiges durcheinander gebracht hat.

1. Es gibt einen Beschluss in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV), das Bezirksamt möge sich für den Bau einer Brücke auf der Höhe Grünauer Straße / Teltowkanal, einsetzen. Allerdings soll laut Beschluss der BVV der Bau dieser Brücke in ein Verkehrskonzept eingebunden werden.

2. Den Brückenbau selbst kann nur der Senat beschließen. Deshalb hat die BVV das Bezirksamt gebeten, „bei den entsprechenden Stellen vorstellig zu werden“. Auch das Verkehrskonzept müsste zwischen Senat und Bezirksamt abgestimmt werden.

3. Es kann sein, dass das Bezirksamt den Vorschlag „Bau einer Brücke über die Dahme“ unterstützt. Gehört habe ich davon allerdings noch nichts. Zumal bei den entsprechenden Beratungen im Stadtentwicklungsausschuss von Seiten des Stadtentwicklungsamtes und keine Zustimmung zum Antrag signalisierte wurde.

4. Angesichts der Tatsache wie viele Brücken in Berlin und auch in Treptow-Köpenick im maroden Zustand sind und deshalb saniert oder teilweise neu gebaut werden müssen und angesichts des Bedarfs an neuen Brücken in Berlin, werden Jahre oder gar Jahrzehnte vergehen, bis auf der Landesebene das Projekt „Brücke über die Dahme“ angegangen wird. Sofern der Senat überhaupt die Notwendigkeit dafür sieht.

5. Es gibt innerhalb der BVV fraktionsübergreifend die Debatte, ob es nicht sinnvoller ist, die bereits vorhandene Fährverbindung „Wendenschloß / Grünau“ auszubauen. Die Fraktion DIE LINKE hatte bereits 2015 beantragt, die Fährzeiten auszudehnen. Nach Prüfung des Anliegens und Auswertung der Passagierzahlen durch Senat und BVG wurde das Ansinnen von beiden abgelehnt. Diese Debatte hat die AfD nun erneut populistisch aufgegriffen und einen weiteren Antrag, diesmal für eine Autofähre, eingebracht. Die Aussicht auf Erfolg ist bei diesem Antrag weit unter dem der LINKEN.

 

Uwe Doering, Sprecher
für ­Stadtentwicklung


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