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Aus dem Rathaus

Erfolgreiche Nacht der Solidarität

Tausende Obdachlose leben in der Hauptstadt

2600 Helfer zählten und befragten Obdachlose

Wie viele Obdachlose gibt es in Berlin? Niemand weiß genau, wie viele Menschen in Berlin auf der Straße leben. Es gibt Schätzungen, die von 4000 bis mehr als 10000 Menschen reichen, doch bisher gibt es keine offiziellen Zahlen. Doch genau diese Zahl ist wichtig, um die Hilfe für obdachlose Menschen, von Notübernachtungen bis zu Beratungsstellen, organisieren zu können. Damit die Hilfe auch bei den Menschen ankommt, die sie benötigen. Um die Hilfe für Obdachlose in Berlin überprüfen und verbessern zu können, fand am 29.01. die „Nacht der Solidarität“ statt. Zwischen 22.00 Uhr und 01 Uhr wurde der Versuch unternommen zu zählen, wie viele Menschen in Berlin obdachlos sind. 2600 freiwillige Helfer_innen liefen in diesen 3 Stunden fast die ganze Stadt ab, um die Zählung durchzuführen und diejenigen, die sich bereit erklärten, auch zu befragen. Neben der Anzahl sollte unter anderem herausgefunden werden woher die Obdachlosen kommen, wie alt sie sind, ob sie allein oder mit Familie auf der Straße leben.

Ich bin als Teamleiter mit einem Team von 3 weiteren Freiwilligen durch einen Teil von Oberschöneweide gelaufen. Über 600 solcher kleinen Teams haben in dieser Nacht die ganze Stadt abgelaufen. In unserem Zählgebiet haben wir dabei keinen Obdachlosen getroffen. In anderen Stadtteilen wurden viele Menschen befragt. Aber genau das kann eine wichtige Erkenntnis sein, nämlich herauszufinden, wo Hilfsangebote die Menschen am besten erreichen können. Die Befragungen fanden komplett anonym statt. Ich kann auch aus eigener Erfahrung sagen, dass der Respekt vor den Menschen bei allen Freiwilligen die mir begegneten an erster Stelle stand.

Die Nacht der Solidarität wurde viel diskutiert und auch kritisiert. Eine Zählung wird keinem Menschen helfen, wieder eine Wohnung zu bekommen. Auch gab es Bedenken, dass durch die Zählung Menschen in den Blick geraten, die gar nicht auffallen wollen und dann von ihren Schlafplätzen vertrieben werden. Aber es ist auch eine Tatsache, dass es für eine Hilfe notwendig ist, zu wissen, wie viele Menschen diese brauchen.

Die Ergebnisse sollen bereits in einer Woche veröffentlicht werden. Dann wird man einschätzen können, ob die Zählung neue Erkenntnisse gebracht hat und ob diese zu konkreten Handlungen führen. Eins hat die Zählung aber bereits erreicht. So viel wie in den letzten Wochen wurde noch nie über Obdachlosigkeit geredet. Wenn diese Debatte auch dazu führt, dass wir als Stadtgesellschaft solidarischer werden und wirklich über Hilfen gesprochen wird, dann hatte die Nacht der Solidarität schon jetzt einen kleinen Erfolg gebracht.

Christian Kerntopf


Dieser Artikel erschien zuerst in Aus dem Rathaus vom 06.02.2020

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