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Aus dem Rathaus

Keine Gefahr durch Jugendbanden in Treptow-Köpenick

Jugendliche brauchen Freiräume.

Jugendliche brauchen Freiräume

Nachdem im März zahlreiche lokale Medien über einen Polizeieinsatz am Forum Köpenick berichteten, weil sich angeblich ­Jugendbanden zu einer Schlägerei verabredet hatten, wollte auch die AfD Fraktion gerne Details dazu in der Bezirksverordnetenversammlung im April erfragen.

Weder das Jugendamt noch die Akteure der Jugend- und Jugend­sozial­arbeit hätten Kenntnis von Jugendgangs, stellte Jugendstadtrat Gernot Klemm (DIE LINKE) knapp fest. Natürlich würden sich Jugendliche verabreden und auch in Gruppen unterwegs sein. Von Jugendgangs oder -banden, die sich gewaltsuchend im Bezirk aufhalten würden, könne jedoch keine Rede sein.
Im Gegenteil würden die vorliegenden Daten belegen, dass Treptow-Köpenick im Berliner Vergleich nur auf Rang 10 bei Jugendgewalt liege.

Gelegentliche Auseinandersetzungen zwischen losen Jugendgruppen zu jugendtypischen Konflikten, neuerdings unterstützt durch soziale Medien, seien kein neues Phänomen. In den letzten fünf Jahren habe es keine Veränderungen in diesem Zusammenhang gegeben, berichtet Klemm.

Problematische Tendenzen kann Klemm trotzdem beobachten.
Die Frage nach der möglichen Bewaffnung der Jugendlichen stellt Klemm in den gesamtgesellschaftlichen Zusammenhang: Die Bewaffnung unter Jugendlichen habe, unabhängig von organisierten Strukturen, in erster Linie zur Selbstverteidigung beobachtbar zugenommen. Dies sei allerdings eine Tendenz über alle Altersgrenzen hinweg und müsse als Reaktion auf die oft geschürte Angst vor vagen Gefahren zu verstehen sein.

Neben zahlreichen Maßnahmen zu Konfliktvermeidung und -bewältigung, Aggressionsabbau und weiteren pädagogischen Maßnahmen von Trägern der Jugendarbeit, müsse aber auch der gesellschaftliche Umgang mit den Jugendlichen verbessert werden. Durch die wachsende und sich verdichtende Stadt entstehe eine zunehmende Verdrängung von Jugendlichen aus dem öffent­lichen Raum.

Es werde zunehmend schwieriger für Jugendliche, an Orten ihrer Wahl Zeit miteinander zu verbringen, so Klemm. Die Jugend käme in die Stadt zurück. Mit massivem Einschreiten, pauschalen Platzverweisen und Betretungsverboten würde die Polizei Jugendliche kriminalisieren und vertreiben, wenn diese sich an öffentlichen Orten oder in Parks treffen würden. Zum Teil hätten Jugendliche Aufenthaltsverbote für ihr Wohngebiet oder ganz Treptow-Köpenick erhalten. Dadurch würden sich die Jugendlichen jetzt schneller von Ort zu Ort bewegen, um Beschwerden von Anwohnerinnen und Anwohnern zuvor zu kommen. Diskussionen der Anwohnerschaft um Umzäunungen und Schließzeiten von Bolzplätzen würden das Problem weiter verschärfen.

Gernot Klemm: „Überall werden im Rahmen der zunehmenden Bautätigkeit im Bezirk Jugendlichen Räume genommen und sie schlimmstenfalls kriminalisiert. Werden immer mehr Orte in Frage gestellt, wird es für junge Menschen immer schwieriger, unkommerzielle Orte zu finden, an denen sie sich aufhalten können, ohne gestört zu werden und als störend wahrgenommen zu werden. All das führt dazu, dass es immer weniger Rückzugsmöglichkeiten für Jugendliche gibt und ihnen ihr Recht auf Teilhabe am öffentlichen Raum genommen wird. Das wird langfristig zu neuen Problemlagen führen – schließlich lösen sich die jungen Menschen nicht in Luft auf.“

Joseph Rohmann


Dieser Artikel erschien zuerst in Aus dem Rathaus vom 02.05.2019

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