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Aus dem Rathaus

WLAN keine Priorität - Bezirksamt ohne öffentliches Internet

Mit dem Smartphone kurz ins WLAN vor Ort, zum Musikstreamen, den großen Mailanhang runterladen, für einen Videochat oder für die nächste Folge der Lieblingsserie – fast überall geht das im Jahr 2023. Ob im Fitnessstudio, im Lieblingscafé um die Ecke, im Reisebus, ja sogar im Urlaubsflieger gibt es mittlerweile öffentlich zugängliches WLAN. Viel spannender als im Lieblingscafé ist es natürlich im Wartesaal des Bürgeramtes, deshalb braucht man hier auch gar kein Wifi, könnte man meinen. Tatsächlich sind sämtliche Ämter des Bezirksamtes, auch die mit Publikumsverkehr oder öffentlichen Veranstaltungen wie Ausschüssen oder Bezirksverordnetenversammlung (BVV) ohne allgemein zugängliches Internet. Warum das so ist, ist rätselhaft. Es könnte daran liegen, dass die IT-Verwaltung oft am Limit arbeiten muss. So gingen Berlin etwa zum Anfang der Corona-Pandemie im Jahr 2020 die VPN-Zugänge aus, mit denen sich Mitarbeiter:innen aus dem Homeoffice in ihre Arbeitscomputer hätten einwählen können. Das ist in etwa so, als würden neue Seiten im Word-Dokument knapp.

Ein anderer Grund scheint Desinteresse zu sein. Das Pilotprojekt Free-WIFI-Berlin, mit dem kostenloses öffentliches WLAN zunächst an einigen Punkten in Berlin zur Verfügung gestellt wurde, war Ende 2021 nicht verlängert worden, weil die Senatsverwaltung eine Fortführung des Vertrags angeblich vergessen hatte. Mehr als ein halbes Jahr später, im Herbst 2022, war dann noch immer keine neue Ausschreibung für ein stadtweites WLAN auf den Weg gebracht. Eine Eigeninitiative der Bezirke, selbst für öffentliches WLAN in Rathäusern oder Bürgerämtern zu sorgen, sei nicht erwünscht, es werde eine einheitliche Lösung angestrebt, hieß es aus der Senatsverwaltung auf Anfragen von Tobias Schulze (Mitglied des Abgeordnetenhauses, DIE LINKE). Im März dann die Überraschung, die Pläne für ein berlinweites WLAN seien in der Senatsverwaltung wohl beerdigt worden, heißt es aus gut informierten Kreisen. Nun sind die Bezirke gefordert, wenn sie denn das nötige Personal und die Finanzen dafür aufbringen können. Eine leichte oder schnelle Übung wird das auch nicht. Das Bezirksamt in Treptow-Köpenick ist dem Vernehmen nach mit der Ausarbeitung einer Ausschreibung für öffentliches WLAN in den Kiezklubs gestartet. Das ist ein Anfang, aber noch weit entfernt von der nötigen weitreichenden WLAN Abdeckung. Ein weiteres Rätsel aber bleibt: Warum wird für so eine kleine Sache eine monatelange Ausschreibung und ein hoher Finanz- und Personalaufwand nötig? Alle, die auch zu Hause WLAN haben, wissen es: die Einrichtung dauert für Geübte nur wenige Minuten, die Hardware ist für wenige Dutzend Euro zu haben, es braucht nur einen Internetanschluss und der ist selbst in Berliner Ämtern mittlerweile zu finden.

jro


Dieser Artikel erschien zuerst in Aus dem Rathaus vom 02.05.2023

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