Abschied von fünf prägenden Gesichtern der Linksfraktion
Diese Verordneten verlassen die BVV Treptow-Köpenick
Mit der neuen Wahlperiode verändert sich auch das Gesicht der Linksfraktion in der BVV. Fünf Verordnete, die die Bezirkspolitik in ganz unterschiedlichen Rollen geprägt haben, gehören der neuen Fraktion nicht mehr an: Petra Reichardt, Uwe Doering, Edith Karge, Monika Belz und Kai Martin. Sie haben zusammen viele Jahre linker Kommunalpolitik in Treptow-Köpenick geprägt – mit unterschiedlichen Themen, Temperamenten und politischen Biografien.
Am längsten dabei war Petra Reichardt. Seit 1992 gehörte sie der Bezirksverordnetenversammlung an und ist damit eine Institution der Kommunalpolitik in Treptow-Köpenick. Über mehr als drei Jahrzehnte hat sie sich insbesondere in die Wirtschafts- und Finanzpolitik eingemischt und linker Wirtschaftspolitik im Bezirk ein Gesicht gegeben. Sie kennt die Verwaltung, die politischen Abläufe und die vielen großen und kleinen Auseinandersetzungen in der BVV wie kaum eine andere. Dass Die Linke heute erneut stärkste Kraft im Bezirk ist, ist auch das Ergebnis einer langen kommunalpolitischen Arbeit, zu der Petra Reichardt entscheidend beigetragen hat.
Uwe Doering hat insbesondere die Stadtentwicklungspolitik der vergangenen Jahre geprägt. Als Vorsitzender des Stadtentwicklungsausschusses führte er eine Arbeit fort, in der vor ihm Ernst Welters große Spuren hinterlassen hatte. Uwe Doering hat diese Aufgabe hervorragend ausgefüllt – sachkundig, beharrlich und mit einem klaren Blick darauf, wem Stadtentwicklung eigentlich dienen soll: den Menschen, die hier leben. In einem Bezirk, in dem Wohnungsbau, Nachverdichtung und die Entwicklung neuer Stadtquartiere immer wieder für Konflikte sorgen, war das eine wichtige Stimme.
Edith Karge bewegte sich in der Kulturpolitik oft durch ein echtes Minenfeld. Kultur ist im Bezirk nicht nur eine Frage von Einrichtungen und Haushalten, sondern auch von Räumen, Interessen und der Frage, welche Orte und Geschichten sichtbar bleiben. Edith Karge hat diese Auseinandersetzungen mit großer Beharrlichkeit geführt. Gleichzeitig hatte sie immer ihren Kiez Johannisthal im Blick und brachte die konkreten Anliegen vor Ort in die BVV ein.
Monika Belz kam einst von den Piraten zur LINKEN und wurde schnell zu einem wichtigen Teil der Fraktion. Als stellvertretende Fraktionsvorsitzende war sie nicht nur innerhalb der BVV aktiv. Sie versorgte die Fraktion immer wieder mit Informationen und Kontakten von der Landesebene und sorgte so dafür, dass Bezirkspolitik und Landespolitik zusammengedacht wurden. Sie hat damit auch gezeigt, dass gute Kommunalpolitik nicht an Bezirksgrenzen endet.
Und schließlich Kai Martin, der erst in der zurückliegenden Wahlperiode zur Fraktion stieß. Er verantwortete bei uns die Gesundheitspolitik und brachte dabei nicht nur Sachkenntnis, sondern auch eine besondere persönliche Qualität ein. Mit seiner Leutseligkeit und Fröhlichkeit wurde er bei unzähligen Veranstaltungen und Terminen zu einem Gesicht unserer Fraktion. Gerade in der Kommunalpolitik, die von vielen Gesprächen, Begegnungen und persönlichen Kontakten lebt, ist das nicht nebensächlich.
Fünf Menschen, fünf unterschiedliche politische Wege – und zusammen viele Jahre Erfahrung in der BVV. Wir sagen Danke für die Arbeit, die Zeit, die Beharrlichkeit und die vielen Auseinandersetzungen, die Petra, Uwe, Edith, Monika und Kai für Die Linke und für Treptow-Köpenick geführt haben.
Die neue Fraktion übernimmt nun den Staffelstab. Dass sie dabei auf die Spuren und Erfahrungen ihrer Vorgängerinnen und Vorgänger zurückgreifen kann, ist ein Gewinn. Und ganz verabschieden müssen wir uns hoffentlich ohnehin nicht: Linke Kommunalpolitik endet schließlich nicht mit dem Ende eines Mandats.
Philipp Wohlfeil
Dieser Artikel stammt aus dem “Aus dem Rathaus” vom Oktober 2026. Die Zeitungen des Bezirksvorstandes und der Fraktion können hier runtergeladen werden. Beide Zeitungen gibt es auch als kostenloses Abo.





