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Angriff auf antifaschistische Initiativen - BdA-Vorsitzende über die Kontensperrung durch die Postbank

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BdA-Vorsitzende Dr. Ellen Händler

Ohne Begründung kündigte die Postbank zum März 2026 die Konten des Bundes der Antifaschistinnen und Antifaschisten Treptow (BdA) und dreier weiterer antifaschistischer Vereine. Ein Gespräch mit der BdA-Vorsitzenden Dr. Ellen Händler über die Hintergründe.

Vorweg: Was ist der BdA?

Wir sind ein über die Parteigrenzen hinweg anerkannter Verein und unterstützen die Bildungs- und politische Arbeit in Treptow. Der Verein leistet vor allem Erinnerungsarbeit und tritt gegen Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Antisemitismus auf. Ein Schwerpunkt ist die Verlegung von Stolpersteinen. Oft arbeiten wir dabei mit Schulen zusammen.

Wie habt ihr auf die Kündigung des Vereinskontos zuerst reagiert?

Wir haben uns an die Berliner Sparkasse gewandt. Sie sicherte uns zunächst ein Konto zu, doch dann kam die schriftliche Ablehnung, ebenfalls ohne Begründung.

Inzwischen hat sie ihre Meinung geändert. Wie kam es dazu?

Durch politischen Druck. Ich habe zu einer Kundgebung aufgerufen. Wir bekamen Unterstützung vom Bundestagsabgeordneten Gregor Gysi (Linke), Bezirksbürgermeister Oliver Igel (SPD) und von der Linken Treptow-Köpenick, allen voran vom Vorsitzenden Moritz Warnke. Darüber hinaus gab es Solidarität von Vereinen und Einzelpersonen. Sie haben klar gemacht, was für ein fatales Zeichen es wäre, wenn ein gemeinnütziger antifaschistischer Verein kein Konto bekommt. Schlussendlich sagte die Sparkasse zu, ihre Entscheidungsprozesse zu überprüfen, und wir bekamen ein neues Konto. Daraufhin haben wir die Kundgebung zu einer Feier umgewandelt.

Wie ordnet ihr den Vorgang politisch ein?

Wir können nur spekulieren. Der politisch motivierte Entzug von Konten ist nicht neu. Entweder wollen Bankangestellte aus eigenem Interesse dafür sorgen, dass antifaschistische Vereinigungen nicht weiter existieren und/oder sie sehen sich dem Druck der amerikanischen Finanzwelt ausgesetzt. Donald Trump greift weltweit antifaschistische Initiativen an und deutsche Banken handeln aus Furcht vielfach in vorauseilendem Gehorsam. In unserem Fall hat der Zusammenschluss der Öffentlichkeit dazu geführt, dass die Berliner Sparkasse Haltung gezeigt hat. Ich hoffe, dass dies ein Zeichen für andere Banken ist.

Wie kann man euch unterstützen?

Durch Spenden auf unser neues Konto. Außerdem freuen wir uns sehr über neue aktive Mitglieder und Besucher auf unseren Veranstaltungen.

Mehr Infos und Spendenkonto unter: bda-treptow.vvn-bda.de


Dieser Artikel stammt aus dem “blättchen” vom Juni 2026. Die Zeitungen des Bezirksvorstandes und der Fraktion können hier runtergeladen werden. Beide Zeitungen gibt es auch als kostenloses Abo.

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