Bezirksverordnetenversammlung stellt sich hinter Kleingärten in Späthsfelde
Ersatzflächen sind keine Alternative, findet Die Linke
Einstimmig hat die Bezirksverordnetenversammlung einen gemeinsamen Antrag von SPD, Die Linke und Bündnis 90 / Die Grünen zum „Dreieck Späthsfelde“ beschlossen. Darin wird das Bezirksamt aufgefordert, sich bei Senat und zuständigen Stellen dafür einzusetzen, dass die bestehenden Kleingartenanlagen bei der weiteren städtebaulichen Entwicklung des Areals vorrangig erhalten bleiben. Ziel ist es, die Kleingärten langfristig zu sichern und in die Planung eines neuen Stadtquartiers zu integrieren.
Hintergrund ist die vom Senat im Juni 2023 angekündigte Einleitung vorbereitender Untersuchungen für das rund 100 Hektar große Entwicklungsgebiet. Dort sollen perspektivisch 2.000 bis 4.000 Wohnungen sowie Gewerbeflächen mit entsprechender Infrastruktur entstehen. Das Gebiet ist derzeit vor allem durch Grün geprägt: ausgedehnte, teils brachliegende Baumschulflächen, langjährig genutzte Kleingartenanlagen und eine geringe Bebauungsdichte.
Uwe Doering, Sprecher für Stadtentwicklung der Fraktion Die Linke, macht deutlich, dass diese Grünstruktur kein Hindernis, sondern eine Qualität sei. „Die derzeitige Struktur in Späthsfelde ist also grün geprägt. Diese Grün-Struktur gilt es insbesondere mit Blick auf die Kleingärten und die ungenutzten Flächen der Baumschule zu erhalten“, sagte Doering. Seine Fraktion setze sich für eine „behutsame Entwicklung von Späthsfelde“ ein.
Zwar sehen die bisherigen Entwürfe des Senats Grün- und Freiräume vor, aus Sicht der Antragsteller greifen diese Planungen jedoch zu kurz. „Ersatzflächen für betroffene Kleingartenanlagen können keine Lösung sein. Das Ziel muss sein, alle Kleingärten vor Ort zu erhalten“, betonte Doering. Ersatzflächen könnten den gewachsenen sozialen und ökologischen Wert der bestehenden Anlagen nicht aufwiegen.
Der Antrag fordert daher ausdrücklich, die sozialen, ökologischen und klimatischen Funktionen der Kleingärten als Teil einer nachhaltigen Stadtentwicklung anzuerkennen und zu schützen. Zudem sollen alternative Nutzungskonzepte entwickelt werden, die Wohnungsbau, Grünflächenerhalt und bürgerschaftliche Nutzung miteinander verbinden. Doering brachte dabei auch die Flächen der ehemaligen Baumschule ins Spiel: „Dabei könnten die Freiflächen der Baumschule als Ausgleichsfläche dienen.“
Mit dem Beschluss sendet die BVV ein klares Signal an den Senat. „Kleingärten erfüllen eine wichtige Funktion für Klimaschutz und Naturerhalt und tragen in unmittelbarer Nachbarschaft von Wohnquartieren zur besseren Lebensqualität und Erholung bei“, so Doering abschließend. Der politische Wille im Bezirk ist eindeutig: Für den vollständigen Erhalt aller Kleingartenanlagen im Dreieck Späthsfelde.
Dieser Artikel stammt aus dem Aus dem Rathaus vom Februar 2026. Die Zeitungen des Bezirksvorstandes und der Fraktion können hier runtergeladen werden. Beide Zeitungen gibt es auch als kostenloses Abo.

