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Die Brücken müssen offen bleiben - Breites Bündnis für Erhalt von Görlitzer Bahndamm

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Moritz Warnke, Bezirksvorsitzender der Linken, bei der „Zusammenbrücken“-Demo am 30. Mai

Fast 500 Menschen haben am Sonnabend, den 30. Mai, für den Erhalt des ehemaligen Görlitzer Bahndamms demonstriert. Aufgerufen hatte die Initiative „Zusammenbrücken“. Gekommen waren Anwohner:innen, darunter viele Familien und Linke-Mitglieder, sowie Politiker:innen verschiedener demokratischer Parteien. Grund des gut gelaunten, aber entschiedenen Protests ist die angedrohte Schließung der Strecke zum 1. Juli 2026.

Die ehemalige Bahnstrecke verbindet Alt-Treptow mit dem Görlitzer Park in Kreuzberg. Sie ist seit Jahren stillgelegt, wird jedoch intensiv als Fuß- und Radweg sowie zur Naherholung genutzt. Die Eigentümerin, die Deutsche Bahn, hat den Nutzungsvertrag mit dem Bezirk gekündigt und verweist auf die Vermeidung weiterer Korrosionsschäden an den Brücken.

Bereits Ende März hatte Die Linke in der BVV Treptow-Köpenick in einem interfraktionellen Antrag mit SPD und Grünen den Senat aufgefordert, eine Lösung mit der Bahn zu finden. Die Bahn hat inzwischen angeboten, das Grundstück dem Land Berlin zu schenken. Trotz der Dringlichkeit hat der Wegner-Senat aus CDU und SPD bisher keine Einigung erzielt.

Als Reaktion gründete sich die Nachbarschaftsinitiative „Zusammenbrücken“ und organisierte für den sonnigen Protesttag ein buntes Programm mit einem Orgelspieler, eigens komponiertem Protestsong und vielen Schildern.

In seiner Rede kritisierte der Bezirksvorsitzende der Linken, Moritz Warnke, die Schuldenbremse scharf: „Diese Brücken sind in gewisser Weise ein Symbol dafür, was passiert, wenn man 30 Jahre nicht in Sanierung, nicht in Instandhaltung investiert […]. Es ist keine vernünftige Politik, Infrastruktur so auf Verschleiß zu fahren!“. Gleichzeitig machte Warnke deutlich, dass der Senat Verantwortung übernehmen, die Liegenschaften annehmen und die Brücken reparieren muss. Die Mittel dafür könne er aus dem 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität abrufen. Um diese Forderung zu unterstreichen, verteilte die Linke zuvor hunderte Postkarten im Kiez und auf der Demo. Unterstützer:innen können sie an Finanzsenator Stefan Evers (CDU) schicken.

Die Maßnahmen zeigten Wirkung: Senat, Bezirk und Bahn versprachen am 10. Juni, dass die Brücken erhalten werden sollen und die dauerhafte Sperrung vom Tisch sei. Lediglich für die Dauer der Arbeiten sollen sie geschlossen werden, wobei es keinerlei Angaben über die Dauer gab. Zu vage für viele und so geht der Protest am 16. und 28. Juni weiter.


Dieser Artikel stammt aus dem “blättchen” vom Juni 2026. Die Zeitungen des Bezirksvorstandes und der Fraktion können hier runtergeladen werden. Beide Zeitungen gibt es auch als kostenloses Abo.

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