Ein grünes Band gegen den Beton - Rettung für die Späth’sche Baumschule
Die Späth’sche Baumschule im Baumschulenweg ist weit mehr als nur ein Betrieb: Seit über 300 Jahren wachsen hier Bäume, Pflanzen und lebendige Geschichte. Sie gehören fest zu Treptow-Köpenick und sind Heimat für uns alle. Doch neue Pläne der Berliner Senatsverwaltung bedrohen das historische Gelände. Um diese wertvolle Stadtnatur zu retten, haben sich die Fraktionen im Rathaus über alle Parteigrenzen hinweg zusammengeschlossen.
Worum geht es? Berlin braucht neuen Wohnraum – das bestreitet niemand. Ursprünglich sollte ein neues Stadtviertel auf den Nachbarflächen in Späthsfelde entstehen. Weil dort jedoch bestehende Kleingärten rechtlich geschützt werden müssen, droht nun ein hektisches Verschieben der Baupläne durch den Senat. Die neuen Pläne sehen vor, bis zu 2.500 Wohnungen extrem dicht an und sogar direkt auf die Flächen der historischen Baumschule zu drängen.
In der Bezirksverordnetenversammlung fand Philipp Wohlfeil, Vorsitzender der Fraktion Die Linke, dafür scharfe und deutliche Worte. Er kritisierte, dass der Bausenator ein hektisches „Flächen-Tetris“ spiele. „Die Antwort auf die Wohnungsfrage darf nicht die Zerstörung unserer historisch gewachsenen Stadtnatur und das Zubetonieren wertvoller Freiräume sein“, warnte Wohlfeil in seiner Rede. Wenn der Senat hier rücksichtslos Fakten schaffe, drohe ein unersetzlicher Verlust für das Klima und den Artenschutz. Es müsse verhindert werden, „dass die Betonmischfahrzeuge des Senats die historische Baumschule einfach überrollen“.
Diese Sorge teilen fast alle Kräfte im Rathaus. Die Fraktionen von SPD, CDU, Linken und Grünen haben Anfang Juni gemeinsam einen klaren Beschluss gefasst: Der historische Standort muss dauerhaft geschützt werden. Um die Baumschule zu bewahren, fordert der Bezirk ein „Grünes Band“. Dieser naturnah gestaltete Pufferstreifen zwischen der Baumschule und den neuen Wohnhäusern soll als Schutzzone dienen. Das grüne Band könnte aus Kleingärten, Parks oder offenen Wiesen bestehen, um das Stadtklima zu schützen.
Auch die Menschen vor Ort senden ein deutliches Signal: Mehr als 13.000 Bürgerinnen und Bürger haben binnen kürzester Zeit eine Petition für den Erhalt unterschrieben. Diese Unterstützung greift die Bezirkspolitik auf. Neben dem Schutz der Flächen fordert das Rathaus ein weiteres Recht für die Anwohner: Echte Mitbestimmung. Bevor Änderungen an den Planungen vorgenommen werden, muss der Senat umfassende Informationsabende veranstalten. Die Menschen in Treptow-Köpenick wollen mitreden. Das Zeichen an den Senat ist eindeutig: Die Späth’sche Baumschule darf nicht zubetoniert werden!
„Die Späth’sche Baumschule ist weit mehr als nur ein Gewerbebetrieb; sie ist die grüne Lunge, der Lernort und ein kulturelles Herz von Treptow-Köpenick. Sie braucht unseren Schutz. Die Bebauung muss entsprechend behutsam und mit Augenmaß erfolgen.“
Uwe Doering, Sprecher für Stadtentwicklung der Fraktion Die Linke
Dieser Artikel stammt aus dem “Aus dem Rathaus” vom Juni 2026. Die Zeitungen des Bezirksvorstandes und der Fraktion können hier runtergeladen werden. Beide Zeitungen gibt es auch als kostenloses Abo.

