„Mahnwache“ für Neonazi verhindert - Zum Schutz des Mandrellaplatzes
Für den 16. August hatte ein Vertreter der „Heimat“ (ehemals NPD) eine „Mahnwache“ für den rechtsextremen Politiker Udo Voigt auf dem Mandrellaplatz in Köpenick angemeldet. Gegen die Zulassung der Versammlung hatten antifaschistische Köpenicker*innen über etliche Bezirksverordnete, darunter viele von der Linken Treptow-Köpenick, und über das Gedenkstättenkuratorium bei der Innensenatorin, der Polizeipräsidentin und der Versammlungsbehörde Beschwerde eingelegt. Dabei beriefen sich die Gegner*innen der Neonazi-Versammlung auf das Versammlungsfreiheitgesetz Berlin, in dessen Anlage die „Gedenkstätte Köpenicker Blutwoche“ als Ort aufgeführt ist, „dem ein an die nationalsozialistische Gewalt- und Willkürherrschaft erinnernder Sinngehalt mit gewichtiger Symbolkraft zukommt” und der daher als besonders schützenswert gilt. Den Beschwerden wurde stattgegeben: Am 14. August fiel das polizeiliche Verbot, die „Mahnwache“ auf dem Mandrellaplatz abzuhalten, der dem Gegner und Opfer des Nationalsozialismus Rudolf Mandrella (1902–1943) gewidmet ist. So konnte verhindert werden, dass dieser am 16. August zum Schauplatz einer Heroisierung von einem der einflussreichsten Neonazis der Bundesrepublik wurde. Die Neonazis verlegten ihre Veranstaltung auf den Hof der „Heimat“-Parteizentrale, während auf dem Mandrellaplatz stattdessen eine antifaschistische Kundgebung stattfand. Diese war den Opfern rechtsextremistischer Gewalttaten in Treptow-Köpenick während der Nazi-Herrschaft und danach gewidmet.
Dieser Artikel stammt aus dem blättchen vom Oktober 2025. Die Zeitungen des Bezirksvorstandes und der Fraktion können hier runtergeladen werden. Beide Zeitungen gibt es auch als kostenloses Abo.

