Neue Stolpersteine in Oberschöneweide
In der Wilhelminenhofstraße 36 in Oberschöneweide erinnern seit Kurzem drei glänzende Stolpersteine an das Leben und das Leid der jüdischen Familie Prager. Fast vier Jahrzehnte lebten Rosa, Ludwig und ihre Tochter Catharina (genannt Käte) hier, führten Textil- und Schuhgeschäfte, engagierten sich in der jüdischen Gemeinde und nahmen aktiv am kulturellen Leben Berlins teil. Doch mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten zerbrach ihre Existenz. 1943 wurde Ludwig Prager nach Theresienstadt deportiert, wo er wenige Monate später starb. Rosa überlebte das Ghetto, floh 1945 mit einem Sondertransport in die Schweiz, verstarb aber ein Jahr darauf. Ihre Tochter und weitere Angehörige wurden ermordet. Nur Sohn Siegfried entkam der Verfolgung, dank seiner nichtjüdischen Frau. An der feierlichen Verlegung der Gedenksteine nahmen rund 50 Menschen teil, darunter Schüler*innen und Vertreter des Bezirks. Die Steine halten nun die Erinnerung an eine Familie wach, deren Leben brutal ausgelöscht wurde bzw. werden sollte.
Dieser Artikel stammt aus dem Aus dem Rathaus vom Juli 2025. Die Zeitungen des Bezirksvorstandes und der Fraktion können hier runtergeladen werden. Beide Zeitungen gibt es auch als kostenloses Abo.

