Schlossplatztheater Köpenick vorerst gerettet - Senat lenkt nach Druck aus dem Bezirk ein

Aus dem Rathaus

Die Debatte um das Schlossplatztheater Köpenick hatte in der Bezirksverordnetenversammlung einen neuen Höhepunkt erreicht. Edith Karge, kulturpolitische Sprecherin der Linksfraktion, richtete einen deutlichen Appell an den Senat. Vorausgegangen waren Kürzungen der Gelder für Schlossplatztheater und engagierte Debatten um die mögliche Rettung des Theaters. Karge machte klar, dass das Schlossplatztheater weit mehr ist als eine Bühne im Südosten Berlins. Sie hob hervor, dass das Haus für Bildung, Begegnung und kulturelle Teilhabe stehe und seit Jahren niedrigschwellige, qualitativ hochwertige darstellende Kunst anbiete. Damit habe es sich zu einer zentralen Säule der kulturellen Daseinsvorsorge entwickelt – für Köpenick und darüber hinaus.

Besonders scharf kritisierte Karge die Entscheidung des schwarz-roten Senats, dem Theater keine Regelfinanzierung zu gewähren. Sie stellte die Frage, wie ein Bezirk ein solches Projekt aus eigenen – bereits stark belasteten – Mitteln tragen solle, während der Senat gleichzeitig bei den Bezirken kürze. Die Folge sei ein kulturpolitisches Vakuum, in dem Einrichtungen wie das Schlossplatztheater kaum Überlebenschancen hätten.

Vorausgegangen waren politische Auseinandersetzungen im Bezirk – ein Hin und Her von Anträgen und kontroversen Finanzierungsmodellen. Die CDU hatte eine Finanzierung aus dem knappen Bezirksbudget gefordert. Karges Forderung, Kultur dürfe nicht als „freiwillige Aufgabe“ abgetan werden, sondern sei der Grundpfeiler einer funktionierenden Stadtgesellschaft, fand jedoch fraktionsübergreifend Zustimmung.

Karge würdigte zugleich den Einsatz zahlreicher Unterstützerinnen und Unterstützer, die sich sowohl auf Bezirks- als auch auf Landesebene für eine Lösung starkgemacht hatten. Besonders Theaterleiterin Birgit Grimm habe maßgeblich dazu beigetragen, das Anliegen politisch präsent zu halten.

Der Antrag von SPD, Bündnis 90/Die Grünen und Die Linke forderte das Bezirksamt auf, weiter Druck auf Senat und Abgeordnetenhaus auszuüben, damit das Schlossplatztheater auch im Landeshaushalt 2026/27 berücksichtigt wird. Für Karge ist dabei klar, dass Berlin ohne verlässliche Finanzierung seiner kulturellen Infrastruktur seine gesellschaftliche Substanz riskiert. Ihre zentrale Botschaft an den Senat blieb unmissverständlich: „Wer Kultur nur als freiwillige Aufgabe betrachtet, zerstört Stück für Stück das Fundament unserer Stadtgesellschaft. Das Schlossplatztheater steht für Bildung, Begegnung und Beteiligung – genau das, was Berlin so dringend braucht.“

Die Zukunft des Schlossplatztheaters ist inzwischen zumindest für 2026 und 2027 gerettet. Der Senat hatte dem Druck aus dem Bezirk nachgegeben und Geld für das Theater im aktuellen Haushalt bereitgestellt.


Dieser Artikel stammt aus dem Aus dem Rathaus vom Dezember 2025. Die Zeitungen des Bezirksvorstandes und der Fraktion können hier runtergeladen werden. Beide Zeitungen gibt es auch als kostenloses Abo.

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