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Fragen zur Bürgerveranstaltung vom 11.02.2026 zum Umbau der Radickestraße in Adlershof

Heike Kappel

Schriftliche Anfrage

Drucksache Nr. IX/1150 vom 16.02.2026 der Bezirksverordneten Heike Kappel – Die Linke.


Ich frage das Bezirksamt:

  1. Bewertung der Veranstaltung: Wie schätzt das Bezirksamt die Bürgerveranstaltung im Hinblick auf Teilnehmerzahl, Kommunikation und Zielerreichung ein? Gibt es Erkenntnisse, warum die Veranstaltung von betroffenen Anwohnerinnen und Anwohnern nur schlecht besucht wurde und ob die Öffentlichkeitsarbeit ausreichend war?

  2. Informationsweitergabe: Wie werden Anwohnerinnen und Anwohner ohne Internetzugang künftig über Planungen und Baufortschritte informiert und ist das Bezirksamt bereit, in Zusammenarbeit mit den zuständigen Stellen eine Informationsbroschüre in Papierform zu erstellen und zu verteilen?

  3. Unklare Antworten der Verantwortlichen: Warum konnten Vertreter der einzelnen Gewerke auf der Veranstaltung keine konkreten Angaben machen und verwiesen stattdessen auf spätere Informationen oder laufende Entscheidungsprozesse? Wann ist mit verbindlichen Aussagen zu rechnen? Insbesondere da die Baumaßnahmen im ersten Halbjahr 2026 abgeschlossen sein sollen.

  4. Bauabschnitte und Straßensperrungen: Weshalb gibt es weiterhin Straßensperrungen und Baustellenabschnitte durch Baumaßnahmen der Firma HAN, obwohl laut Aussage des Bauträgers die Maßnahmen abgeschlossen sein sollten und wie werden Überschneidungen mit dem Umbau der Dörpfeldstraße und damit verbundene gleichzeitige Straßensperrungen koordiniert?

  5. Zugang zur Schule und Verlegung der Bushaltestelle: Wie wird während der Bauphase sichergestellt, dass der Zugang zur Anna-Seghers-Schule für Schülerinnen und Schüler, insbesondere für Menschen mit Beeinträchtigungen, gewährleistet bleibt und welche Lösungen werden für die geplante Verlegung der Bushaltestelle angeboten?

6. Weitere Veranstaltungen: Ist eine weitere Informationsveranstaltung für die Anwohnerinnen und Anwohner vor Beginn der Bauarbeiten geplant und, wenn ja, wie wird diese angekündigt und barrierefrei gestaltet?

7. Barrierefreiheit: Welche Maßnahmen werden ergriffen, damit Menschen mit Beeinträchtigungen an zukünftigen Veranstaltungen teilnehmen können?

8. Information zum Bauablauf: Es wurde darauf hingewiesen, dass mit dem Teilabschnitt Radfahrstraße begonnen werden muss, da sonst Fördergelder verfallen. Wie wird sichergestellt, dass die Straße nicht nach kurzer Zeit erneut aufgerissen werden muss und wie erfolgt die Abstimmung mit anderen Bauprojekten?

9. Absprachen mit der Wohnungsgenossenschaft Treptow Süd: Gibt es bereits konkrete Vereinbarungen mit der Wohnungsgenossenschaft Treptow Süd bezüglich des Anschlussverkehrs des neuen Radwegs beziehungsweise der Straße, da dieser über die Gehwege der Genossenschaft geführt werden soll? Wie wird sichergestellt, dass die Interessen der Genossenschaft und ihrer Bewohner gewahrt bleiben und welche Abstimmungen sind hierzu geplant?
 

Hierzu antwortet das Bezirksamt Treptow-Köpenick:

Zu 1.
Bei der Informationsveranstaltung am 11.02.2026 in der Mensa der Anna-Seghers-Schule waren circa 50 Besucherinnen und Besucher anwesend. Dies ist vergleichbar mit den Teilnehmendenzahlen aus anderen Informationsveranstaltungen, die im Rahmen des Lebendige Zentren-Programms in Adlershof stattfanden. Das Ziel der Veranstaltung war es, Anwohnende und Anliegende über die geplanten Baumaßnahmen in der Radickestraße zu informieren. Dazu wurde durch Flyer, Plakate, die Internetseite www.aktives-adlershof.de, die Pressstelle des Bezirkamtes und in sozialen Medien aufmerksam gemacht. Teilnehmende gaben an, insbesondere über die Internetseite oder Soziale Medien von der Veranstaltung erfahren zu haben. Über die Anzahl der Anwohnenden unter den Teilnehmer/innen liegt keine Information vor.

Zu 2.
Auf der Internetseite https://www.aktives-adlershof.de/baumassnahmen/umbau-radickestrasse werden aktuelle Informationen zur Verfügung gestellt. Ein Newsletter, der im April veröffentlicht wird, wird über den Umbau der Radickestraße informieren. Der Newsletter wird sowohl digital einzusehen sein, als auch als Printversion im Kiez ausliegen. Das Straßen- und Grünflächenamt (SGA) wird 14 Tage vor Baubeginn, Bürgerinformationen an alle Anlieger/innen der Radickestraße per Handwurfzettel verteilen. Die Gewerbetreibenden in der Radickestraße wurden von der Gebietssteuerung persönlich über die anstehende Baumaßnahme informiert. Für weiteren Informationsbedarf werden die Kontaktdaten des Gebietsbeauftragten und der zuständigen Mitarbeitenden beim SGA im Newsletter und in der Hauswurfsendung vermerkt.
Während der Baumaßnahme wird es zusätzlich Informationsplakate direkt an der Baustelle geben. Dieses Vorgehen hat sich beim Umbau des Marktplatzes als zielführendes Informationsmedium herausgestellt.

Zu 3.
Bei der Informationsveranstaltung am 11.02.26 haben die verschiedenen Baubeteiligten umfassend über die anstehenden Baumaßnahmen berichtet. In der Präsentation wurde der Bauablauf zeitlich und räumlich dargestellt. Die Bauzeit von der 14. bis 27. KW 2026 in mehreren Bauabschnitten unter Vollsperrung wurde ausführlich kommuniziert. Wann jeder einzelne Hauseingang, wie lange betroffen sein wird, hängt von der gewählten Technologie und dem Bauablauf der Baufirma ab und wird baubegleitend kommuniziert.

Zu 4.
In der Wassermannstraße zwischen Döprfeldstr. und Radickestraße baut die FA. HAN im Auftrag von Stromnetz Berlin. Die Verkehrsrechtliche Anordnung gilt bis 30.04.2026. Es gibt keine räumlichen Überschneidungen mit der Baumaßnahme Radickestraße und auch keine Behinderungen.

Zu 5.
Die Umbaumaßnahmen in der Radickestraße werden zum Teil in die Osterferienzeit gelegt, um die Beeinträchtigung des regulären Schulbetriebs möglichst gering zu halten. Die Gehwegvorstreckung in Bereich der Anna-Seghers-Schule wird nach den Osterferien fertiggestellt sein. Die Buslinie wird bereits ab 9. März im Zuge von Baumaßnahmen der Stromnetz Berlin umgeleitet und im Zuge der Straßenbauarbeiten so fortgeführt bzw. beibehalten. Die Hauseingänge und der Zugang zur Schule werden zu jeder Zeit gewährleistet werden. Lediglich die Fahrbahn ist nicht durchgehend nutzbar. Ausnahmeregelungen sind nach vorheriger Abstimmung mit SGA/Baufirma in dringenden Fällen möglich; Notdienste immer. Dazu wurde in der Infoveranstaltung ausführlich kommuniziert.

Zu 6.
Weitere Informationsveranstaltungen zum Umbau der Radickestraße sind nicht vorgesehen.

Zu 7.
Das Bezirksamt ist bemüht, öffentliche Veranstaltungen in barrierefreien Räumen durchzuführen. Sollte dies nicht möglich sein, wird der Zugang anderweitig garantiert.

Zu 8.
Die verschiedenen Bauträger befinden sich durch regelmäßige Koordinierungsrunden in enger Abstimmung. Bei der Öffnung der umgebauten Radickestraße durch die Berliner Wasserbetriebe, stellen diese sicher, dass die Straße im Anschluss wieder in den vorherigen Zustand gebracht wird.

Zu 9.
Mit der Wohnungsgenossenschaft Treptow Süd wurden keine Absprachen getroffen. Die Umsetzung des Radwegs wird ausschließlich über öffentliche Flächen geschehen. Die Anschlussproblematik und die Knotenpunkte sind dem Bezirksamt bekannt und werden derzeit erörtert.

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