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Aus dem Rathaus

AfD hat Angst vor „Schnüffel-Fiebel“

Stadtrat Klemm (LINKE) weist Zensurversuch deutlich zurück

Wenn die AfD nicht gerade gegen Minderheiten aufstachelt oder versucht, die anderen Verordneten in der Bezirksverordnetenversammlung zu provozieren, dann hat sie vor allem eines: Angst. Angst davor, sie könnte im parlamentarischen Prozess zu kurz kommen, Angst, ihr könnte irgendetwas weggenommen werden oder auch Angst davor, bespitzelt zu werden. Anders lässt sich der AfD-Antrag, keine „Schnüffel-Fiebel“ an Kindergärten zu verteilen, kaum erklären.

Angst ist aber selten ein guter Ratgeber, wenn es darum geht, Themen möglichst objektiv zu erfassen und zu bewerten.

So sieht AfD-Fraktionsvorsitzender Ber­tram folglich eine „Bespitzelung der ­Kinder durch den Staat“, wie er in der Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung im März öffentlich verkündet. Gelesen scheint er die kritisierte Broschüre „Ene, mene, muh – und raus bist du!“ der Amadeu-Antonio-Stiftung indes nicht zu haben, wie auch Ana-Maria Trasnea, jugendpolitische Sprecherin der SPD, feststellt.

Die Broschüre soll Erzieherinnen und Erziehern dabei helfen, mit besonderen Situationen im Kindergarten umzugehen. Es geht dabei um Fragen wie: Was sollte man tun, wenn ein Kind plötzlich nicht mehr mit „Asylantenkindern“ spielen will oder Hakenkreuze malt?
Die Handlungsvorschläge der Broschüre enthalten indes keine Anleitung zum „Schnüffeln“, wie die aufgeregte AfD vermuten lässt. So soll etwa das diskriminierte Kind geschützt werden und erfahren, dass es keine Schuld dafür trägt, heißt es in der Broschüre. In Gruppengesprächen solle deutlich werden, „kein Kind darf mutwillig verletzt, abgewertet und ausgeschlossen werden. Grundsätzlich darf jedes Kind so sein, wie es ist – wenn es mit seinem Verhalten andere nicht verletzt oder begrenzt. Wichtig ist ein solidarisches, also sich gegenseitig unterstützendes Miteinander“, heißt es dort.

„Wenn das keine Handlungsgrundsätze sind, die auch die AfD vertreten kann, dann sollten wir uns wirklich die Frage stellen, ob diese Fraktion noch auf dem Boden des Grundgesetzes steht“, so Philipp Wohlfeil, Fraktionsvorsitzender DIE LINKE.

Während die AfD Fraktion der Debatte in der BVV kaum folgt und stattdessen mit Zwischenrufen stört, fasst der angesprochene Jugendstadtrat Gernot Klemm (DIE LINKE) zusammen:
„Wir haben ausführlich im Ju­gendhilfeausschuss diskutiert. Diese Broschüre ist eine von vielen und ein Beitrag zur Debatte. Die Kitas selber müssen entscheiden, mit welchen Broschüren sie arbeiten. Was die AfD fordert ist etwas, was ich nie wieder haben will: Sie fordern eine Vorgabe des Bezirksamtes für Kitas. Das ist Zensur, was sie hier fordern, und das wird in diesem Bezirksamt nicht passieren“.

Wer sich selbst ein Bild machen möchte, kann die inzwischen vergriffene Broschüre bei der Stiftung herunterladen oder diesen Link benutzen:

http://gleft.de/2MR 

Joseph Rohmann


Dieser Artikel erschien zuerst in Aus dem Rathaus vom 04.04.2019

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