Aktivitäten des Schul- und Sportamtes zur weiteren Entwicklung der Sophie-Brahe-Gemeinschaftsschule
Schriftliche Anfrage VIII/1137
- Welche Kapazitäten setzt das Schulamt derzeitig für den Umzug der Grundstufe der Sophie-Brahe-Schule ein und welche Personalkosten sind in den bisherigen Monaten Januar, Februar und März des Jahres 2020 dafür angefallen (bitte einzeln mit Stundenzahlen aufschlüsseln)?
- Wie aufwendig war die Erstellung eines Werbeflyers für den Umzug?
- In welcher Form intensivierte das Bezirksamt bisher die Bemühungen, den Umzug und die Zerschlagung der Gemeinschaftsschule zu vermeiden, insbesondere nach dem BVV-Beschlusses 0649/33/20 am 05.03.2020?
- Wieso fand kein offizielles Gespräch des Schul- und Sportamtes und der zuständigen Frau Bezirksstadträtin Flader mit dem Vorstand der Gesamtelternvertretung statt, nachdem sich über 83% der Eltern in einer Umfrage gegen den Umzug und die Zerschlagung der Gemeinschaftsschule ausgesprochen haben?
- Welche Materialien zu welchen Kosten wurden für den Umzug der Schule bestellt und erworben, welche Stornierungsmöglichkeiten existieren und welche Kosten sind dafür zu erwarten?
- Wie ging das Bezirksamt mit dem einstimmigen Beschluss der Schulkonferenz gegen einen Umzug und für den Erhalt der Gemeinschaftsschule um und ist es richtig, dass das Schulamt stattdessen die Umzugsbemühungen intensivierte?
- Hat das Bezirksamt ein Schulwegssicherheitskonzept für den Standort Willi-Sänger-Straße erstellt und wie beurteilt das Bezirksamt das Fehlen einer sicheren Querung der Neuen Krugallee, die nur unzureichende ÖPNV-Anbindung und das zu erwartende Chaos in der Willi-Sänger-Straße?
gestellt am 13.04.2020
von Johann Eberlein
Das Bezirksamt antwortet am 24.04.2020
Welche Kapazitäten setzt das Schulamt derzeitig für den Umzug der Grundstufe der Sophie-Brahe-Schule ein und welche Personalkosten sind in den bisherigen Monaten Januar, Februar und März des Jahres 2020 dafür angefallen (bitte einzeln mit Stundenzahlen aufschlüsseln)?
Das Schul- und Sportamt setzt keine zusätzlichen personellen Kapazitäten für den Umzug der Grundstufe der Sophie-Brahe-Gemeinschaftsschule ein. Die umzugsvorbereitenden Maßnahmen, wie z.B. die Beschaffung von Mobiliar werden im Rahmen der Regelaufgaben gern. § 109 iVm § 7 SchulG durch die Wirtschaftsstelle des Schul- und Sportamtes organisiert. Eine schulgenaue Auswertung der Arbeitsanteile findet nicht statt.
Wie aufwendig war die Erstellung eines Werbeflyers für den Umzug?
Das Schul- und Sportamt hat keinen Werbeflyer für den Umzug erstellt.
In welcher Form intensivierte das Bezirksamt bisher die Bemühungen, den Umzug und die Zerschlagung der Gemeinschaftsschule zu vermeiden, insbesondere nach dem BVV-Beschlusses 0649/33/20 am 05.03.2020?
Das Schul- und Sportamt hat den Beschluss der BW vom 05.03.2020 (Nr. 0649/33/20) geprüft und ein umfangreiches Zwischenergebnis bereits am 23.03.2020 in Form einer Ergebnispräsentation an die Mitglieder des BVV-Ausschusses für Schule versandt.
Wieso fand kein offizielles Gespräch des Schul- und Sportamtes und der zuständigen Frau Bezirksstadträtin Flader mit dem Vorstand der Gesamtelternvertretung statt, nachdem sich über 83% der Eltern in einer Umfrage gegen den Umzug und die Zerschlagung der Gemeinschaftsschule ausgesprochen haben?
Das Schul- und Sportamt war weder in die Erstellung, Durchführung und Auswertung der Umfrage eingebunden, noch wurde dem Schul- und Sportamt das Ergebnis der Umfrage offiziell übermittelt.
Informationen des Bezirksamts zufolge haben bei der in Rede stehenden Umfrage nicht 83 Prozent der Eltern der Sophie-Brahe-Schule so abgestimmt, wie die Fragestellung behauptet.
Die Umfrage soll nur 242 Stimmabgaben gehabt haben, die Eltern von Schülerinnen und Schülern der Sophie-Brahe-Schule zugeordnet werden konnten. Bei 852 Schülerinnen und Schülern (und von daher bis zu 1704 Eltern) bezweifelt das Bezirksamt den repräsentativen Aussagewert der Umfrage. Von 242 Eltern, die an der Umfrage teilgenommen haben, stimmten 201 für die Filiallösung, 41 stimmten dagegen. 610 Eltern haben nicht abgestimmt. Insofern stimmten nicht 83 % der Eltern für die Filiallösung, sondern je nach Umfragedesign nur höchstens 23,5 %.
Welche Materialien zu welchen Kosten wurden für den Umzug der Schule bestellt und erworben, welche Stornierungsmöglichkeiten existieren und welche Kosten sind dafür zu erwarten?
Die Sophie-Brahe-Gemeinschaftsschule hat eine Bedarfsaufstellung in Höhe von 107.000 € für Mobiliar und nicht technische Ausstattung übermittelt. Der Auftrag wird derzeit geprüft. Die Bestellung wurde noch nicht ausgelöst.
Wie ging das Bezirksamt mit dem einstimmigen Beschluss der Schulkonferenz gegen einen Umzug und für den Erhalt der Gemeinschaftsschule um und ist es richtig, dass das Schulamt stattdessen die Umzugsbemühungen intensivierte?
Der in Rede stehende Beschluss der Schulkonferenz liegt dem Schul- und Sportamt nicht vor. Gemäß § 75 SchulG ist die Schulkonferenz ein Gremium der schulischen Selbstgestaltung. Dem Schul- und Sportamt liegen regelmäßig keine Kenntnisse über Beratungs- und Beschlussgegenstände der bezirkliehen Schulkonferenzen vor.
Hat das Bezirksamt ein Schulwegssicherheitskonzept für den Standort Willi-Sänger-Straße erstellt und wie beurteilt das Bezirksamt das Fehlen einer sicheren Querung der Neuen Krugallee, die nur unzureichende ÖPNV-Anbindung und das zu erwartende Chaos in der Willi-Sänger-Straße?
Für die Sophie-Brahe-Gemeinschaftsschule und den Standort Willi-Sänger-Straße liegt ein Schulwegplan aus dem Jahr 2013 vor. Dieser kann unter: http://www.schulwegplaeneberlin.deldownload/swplberlin/treptkoepenick!TK 09K07 2013.pdf eingesehen werden. Die Anbindung an den ÖPNV wird insgesamt als gut bewertet. Die Neue Krugallee kann auf Höhe des Dammwegs und der Eichbuschallee mit Hilfe eines Fußgängerüberwegs überquert werden. Über ein tatsächlich erhöhtes Verkehrsaufkommen am Standort Willi-Sänger-Straße z. B. durch Elterntaxis kann derzeit noch keine Aussage getroffen werden.

