Zum Hauptinhalt springen

Hitzekonzept an Schulen in Treptow-Köpenick

Heike Kappel

Schriftliche Anfrage

Drucksache Nr. IX/1208 vom 29.06.2026 der Bezirksverordneten Heike Kappel – Die Linke.


Ich frage das Bezirksamt:

  1. An wie vielen Schulen in Treptow-Köpenick gibt es seit Jahren Hitzeprobleme in Klassenräumen? Bitte die Schulen einzeln benennen.

  2. An welchen Schulen sind in den letzten Jahren Hitzeprobleme in Klassenräumen aufgetreten, insbesondere im Zusammenhang mit Umbaumaßnahmen, feuerfesten Türen oder Baumfällungen, bei denen zuvor Bäume als Hitzeschutz dienten?

  3. Was hat das Bezirksamt unternommen, um diese Probleme grundsätzlich zu lösen?

  4. Wie viele Prüfungen wurden durch das zuständige Amt durchgeführt, und über welchen Zeitraum erstreckten sie sich?

  5. Welche Unterstützung gab es durch das Amt, wenn pädagogisches Personal an den Schulen diese Messungen durchführen musste?

  6. In welchem Zeitraum mussten die Messungen erfolgen, und liegen bereits Ergebnisse dazu vor?

  7. Wie viele Ergebnisse sind den zuständigen Ämtern hierzu bekannt und welche statistischen Auswertungen liegen dem Bezirksamt vor?

  8. Wo liegen derzeit die Prioritäten? Bitte die betreffenden Schulen aufzählen.

  9. An welchen Schulen wurde bereits gehandelt?

  10. Ist es richtig, dass Schutzfolien für Fenster genehmigt wurden, diese jedoch durch Fördervereine bzw. Eltern finanziert werden mussten?

  11. Wie hoch waren die Temperaturen in den Klassenräumen laut den einzelnen Protokollen – jeweils mit und ohne Schutzfolie?

  12. Wie lange muss geprüft werden, bevor Maßnahmen umgesetzt werden dürfen?

  13. Wie viele Prüfungen bzw. Messungen werden derzeit an den Schulen durchgeführt, und wann werden diese abgeschlossen sein?

  14. Inwieweit ist das zuständige Amt daran beteiligt und wie hoch sind die damit verbundenen Kosten?

  15. Warum werden Klimaanlagen in Klassenräumen durch das Bezirksamt grundsätzlich abgelehnt?

  16. Warum sind Jalousien zur Verschattung an Schulen verboten?

  17. Gibt es bereits Hinweise von Schulen, an denen Schutzfolien an den Fenstern geprüft wurden, um Klassenräume kühler zu halten?

  18. Wie lauten die Ergebnisse dieser Prüfungen?

  19. Was wird das Bezirksamt künftig unternehmen, um Hitzeprobleme in Klassenräumen zu vermeiden oder zu reduzieren?

  20. Welche finanziellen Mittel werden dafür aufgewendet?

  21. Gibt es hierzu ein Hitzeschutzkonzept im Rahmen der baulichen Unterhaltung der Schulen?

  22. Werden in Räumen des Bezirksamtes Klimaanlagen betrieben?

 

Hierzu antwortet das Bezirksamt Treptow-Köpenick:

Vorbemerkung: Das Bezirksamt war bemüht, die Fragen sachgerecht zu beantworten. Bei einigen
Fragestellungen war jedoch der Bezug der Fragestellung zu nicht benannten Messungen oder
Maßnahmen nicht herstellbar.

Zu 1:
Grundsätzlich stellen extreme Wetterlagen für alle öffentlichen Einrichtungen eine Herausfor-
derung dar. Besondere Herausforderungen bestehen an Standorten, an denen Räume ohne
verfügbare Verdunkelung oder Verschattung nach Süden oder Südosten ausgerichtet sind,
lüftungstechnische Anlagen und eine Querlüftung braucht. Dies sind u.a. das Grundstufen-
gebäude der Grünauer Gemeinschaftsschule sowie die Kiefholz-Grundschule.

Zu 2:
Siehe Beantwortung zu 1.
Notwendige Baumfällungen haben insbesondere an der Sonnenblumen-Grundschule und an der
Müggelsee-Schule in einigen Räumen zu einer stärkeren Hitzebelastung geführt. „Hitzeprobleme“
im Sinne der Fragestellung im Zusammenhang mit Umbaumaßnahmen oder feuerfeste Türen sind
nicht bekannt.

Zu 3:
Das Bezirksamt hat bereits ein Lüftungskonzept erstellt und berücksichtigt bei allen Bau-,
Sanierungs- und Unterhaltungsmaßnahmen die Vorgaben der Berliner Schulbauoffensive
(Leitfaden Neubau; Leitfaden Sanierung). Dieser sieht insbesondere unter Berücksichtigung des
Wärmeschutzkonzeptes für alle Aufenthaltsräume und Erschließungsflächen einen motorisch
angetriebenen außenliegenden Sonnenschutz vor.

Zu 4 - 7:
Dem Bezirksamt ist nicht klar, welche Prüfungen und Messungen gemeint sind. Es gibt Fälle, in
denen Schulgemeinschaften, z.B. im Rahmen eines Schülerprojektes, Temperaturprotokolle
erstellt haben. Die Auswertung von z.B. Temperaturprotokollen ist äußerst komplex, da die
Raumtemperatur von vielfältigen Faktoren wie Sonneneinstrahlung, Außentemperatur,
Lüftungsverhalten, Nutzung, Fenstergröße, Verschattung, Messqualität und -bedingungen
abhängig ist.
Die Raumluftqualität hängt zudem von weiteren Faktoren wie z.B. Luftfeuchtigkeit ab. Diese
werden vom Bezirksamt regelmäßig als Indiz für weitergehend Untersuchungen (Wärmeschutz-
konzept, Lüftungskonzept) im Rahmen von Sanierungs- oder Qualifizierungsmaßnahmen betrach-
tet. Das Bezirksamt beauftragt kein pädagogisches Personal mit „Messungen“.

Zu 8 und 9:
Prioritär sind grundsätzlich alle in der bezirklichen Investitionsplanung angemeldeten schulischen
Bau- und Sanierungsmaßnahmen.

Zu 10:
Nein, das ist nicht richtig. Schulen haben die Möglichkeit, aus Mitteln der kleinen Bauunterhaltung
oder des Verfügungsfonds Maßnahmen zu beantragen, die jedoch, ebenso wie Maßnahmen, die
durch Fördervereine oder Eltern finanziert werden, im Vorfeld baufachlich geprüft werden müssen.
Hierzu gehören auch Hitzeschutzfolien.

Zu 11:
Dem Bezirksamt liegt keine valide Vergleichsmessung vor.

Zu 12:
Dies hängt vom Einzelfall ab. Das Bezirksamt ist bemüht, Maßnahmen nach gesicherter
Finanzierung und baufachlicher Machbarkeit zeitnah zu realisieren. Bei besonders wirksamen
Maßnahmen wie außenliegendem Sonnenschutz handelt es sich im Regelfall jedoch um größere
Baumaßnahmen, die einen längeren Planungsvorlauf erfordern.

Zu 13 und 14:
Es ist unklar, welche Prüfungen und Messungen gemeint sind. Die Mittel der Bauunterhaltung sind
jedoch nicht auskömmlich, um neben notwendigen Wartungsmaßnahmen und Maßnahmen der
Bestandssicherung noch qualitative Verbesserung im Hitzeschutz in größerem Umfang umsetzen
zu können.

Zu 15:
Im Regelfall sind bei Neubau und Sanierung mechanische Lüftungsanlagen einzusetzen. Soweit
lüftungstechnische Anlagen erforderlich sind, ist im Regelfall entsprechend der baufachlichen
Vorgaben für den Standard von Neubau und Sanierung keine Kühlung oder Befeuchtung
(Klimaanlage) einzuplanen.

Zu 16:
Jalousien oder Rollos an Schulen sind nicht verboten. Eine außenliegende Verdunklung kann
einen wirkungsvollen Beitrag zum Hitzeschutz leisten (z.B. Kalker Str., Alexander-von-Humboldt-
Gymnasium). Innenliegende Rollos oder Raffstores verhindern nicht das Aufheizen der
Räumlichkeiten und können im Einzelfall brandschutzrechtliche Prüfungen erfordern.

Zu 17:
Im Rahmen der regelmäßigen Treffen zur Arbeitssicherheit zwischen dem Bezirksamt und der
regionalen Schulaufsicht wurde durch die Charité-Arbeitsmedizin bereits 2025 mitgeteilt, dass
sich durch geeignete Hitzeschutzfolien die Raumtemperatur um bis zu 5 Grad Celsius senken
lässt. Entsprechende Hitzeschutzfolien wurden in der Müggelsee-Schule auf Wunsch der Schule
angebracht. Eine nachhaltige Senkung der Raumtemperatur konnte jedoch nicht erreicht werden.
Derzeit werden Alternativen am Standort geprüft.

Zu 18:
Dem Bezirksamt liegen hier keine auswertbaren Prüfergebnisse vor. Im Weiteren wird auf die
Beantwortung der Frage 17 verwiesen.

Zu 19:
Wie bereits dargelegt, handelt es sich um eine standortbezogene Zusammenschau aus
schulischen Lüftungskonzepten, kleinen baulichen Maßnahmen wie z.B. Hitzeschutzfolien oder
Jalousien und investiven Maßnahmen entsprechenden der baufachlichen Standards der Berliner
Schulbauoffensive.

Zu 20:
Da die Maßnahmen im Regelfall Teil von übergeordneten Bau- und Sanierungsmaßnahmen sind,
ist eine gesonderte Darstellung nicht möglich. Eine Auswertung einzelner Kostengruppen von
Baumaßnahmen konnte im Rahmen der Anfrage nicht erfolgen.

Zu 21:
Die Planung zur bezirklichen und schulischen Bauunterhaltung erfasst baufachliche und
schulfachliche Bedarfe, stellt aber kein Hitzeschutzkonzept dar.

Zu 22:
Dies ist dem Schul- und Sportamt nicht bekannt.

Verwandte Nachrichten

Zurück zum Kopf der Seite