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Fraktion DIE LINKE in der BVV

Kein Business mit dem Leid von NS-Opfern

Screenshot vom Angebot der gestohlenen Gedenktafel

Auf Ebay hat ein Brandenburger Händler zwischenzeitlich eine mutmaßlich gestohlene Gedenktafel aus Treptow-Köpenick zum Kauf angeboten. Darauf wurde DIE LINKE. Treptow-Köpenick aufmerksam gemacht, die sich an die VVN-BdA Köpenick gewandt hatte.

Die Tafel, um die es sich hier vermutlich handelt, war zu DDR-Zeiten an der Wendenschloßstraße 390 im Ortsteil Wendenschloß angebracht. Hier befand sich das Wassersportheim des sozialdemokratischen Reichsbanner, das ein SA-Sturm nach der NS-Machtübernahme im März 1933 besetzt und geplündert hatte. Während der „Köpenicker Blutwoche im Juni 1933 wurden hier wie an anderen Orten Menschen festgehalten und misshandelt. Die „Köpenicker Blutwoche“ stellte einen Höhepunkt des frühen SA-Terrors in Berlin dar. Mehrere hundert SA-Männer verschleppten und folterten bis zu 500 politisch Missliebige, Jüdinnen und Juden, mindestens 23 Menschen starben. Anlass für die gezielten Verhaftungen boten das reichsweite Verbot des „Deutschnationalen Kampfrings“ und der SPD. Von dem Wasserzugang des Grundstücks aus wurden die Leichen der Ermordeten in Säcke verschnürt und in die Dahme geworfen. Manche Opfer wurden erst Wochen später im Wasser entdeckt und geborgen.

1983 wurde an diesem Ort eine Gedenktafel angebracht, die folgende Aufschrift enthielt:

UNVERGESSEN

SIND DIE AUFRECHTEN KÄMPFER

GEGEN DEN FASCHISMUS,

DIE IN DER KÖPENICKER BLUTWOCHE

IM JUNI 1933 AUF DIESEM GRUNDSTÜCK

GRAUSAM MISSHANDELT, ERMORDET

UND IN DIE DAHME VERSENKT WURDEN.

Siehe auch: https://www.gedenktafeln-in-berlin.de/nc/gedenktafeln/gedenktafel-anzeige/tid/koepenicker-blutwoch-5/

Eben jene Tafel ist im September 1990 von Unbekannten entwendet worden und tauchte nun – 30 Jahr später – im Internet auf. Dort wurde mutmaßlich die Jahrzehnte vermisste Tafel zum Kaufpreis von 1150 Euro angeboten. Offenbar nach der öffentlichen Aufregung und nachdem das Bezirksamt Treptow-Köpenick informiert worden war, verschwand das Kaufangebot wieder.

“Der Versuch mit einer entwendeten Gedenktafel, die an die Leiden der Opfer des Nationalsozialismus erinnert, Geschäfte zu machen, ist nicht nur scheußlich, sondern vermutlich auch strafbar,” kommentiert Philipp Wohlfeil, Vorsitzender der BVV-Fraktion DIE LINKE. VVN-BdA und DIE LINKE fordern Aufklärung, ob es sich bei dem angestrebten Absatz fremden Vermögens um eine rechtswidrige Tat gemäß § 259 Hehlerei Strafgesetzbuch (StGB) handelt, und verlangen die Rückgabe der Tafel an den Bezirk beziehungsweise die Museen Treptow-Köpenick.

Ansprechpartner:

Philipp Wohlfeil
Fraktionsvorsitzender
wohlfeil@linksfraktion-tk.de


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