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Pflege junger Straßenbäume

Tino Oestreich
Tino Oestreich

Schriftliche Anfrage VIII/0521

  1. Was sind die konkreten Probleme, die die Pflege junger 3- bis 5-jähriger Straßenbäume besonders nach der Umsetzung für das Grünflächenamt so schwierig gestaltet?
  2. Werden im Bezirk Treptow-Köpenick zur Bewässerung junger Straßenbäume wie im Bezirk Berlin Mitte sogenannte "Waterbags" verwendet, die auch bei hohen Temperaturen und massiver Trockenheit die jungen Bäume mit ausreichend Wasser versorgen können?
  3. Wären mit dieser modernen Methode die jungen Bäume in der Semmelweisstraße in Altglienicke, die wegen des Baus einer Fernwärmeleitung weichen mussten, zu retten gewesen?
  4. Gibt es Baumpatenchaften mit Anwohnerinnen und Anwohnern zur Pflege von Bäumen?

gestellt am 27.06.2018

von Tino Oestreich

Das Bezirksamt antwortet am 18.07.2018

Zu 1.:
Beim Umpflanzen wird ein Baum gravierend in seinem Wachstum unterbrochen. Die für die Wasser- und Nährstoffaufnahme wichtigen Feinwurzeln werden teilweise zerstört. Je nach Alter der Jungbäume und bereits erfolgter Ausbreitung des Wurzelbereiches müssen Wurzeln ggf. gekappt werden.
Eine Pflanzung im Straßenland beinhaltet für Bäume immer Stressfaktoren wie Trockenperioden, ggf. starke Sonneneinstrahlung, eingeschränkter Wurzelraum, Hundeurin, Auftausalze usw. Ein Umpflanzen verstärkt die Stressfaktoren aus o.g. Gründen.
Selbst mit einer intensiven Pflege können diese Beeinträchtigungen- ausgenommen eine kontinuierliche Bewässerung- nicht ausgeglichen werden.

Zu 2.
Waterbags werden getestet in Köpenick- Nord. Der Erfolg ist mäßig. Nachteile sind: Zusetzen der Kapillaren durchkalkhaltiges Wasser, Zerstörung durch Vandalismus, Aufbau undAbbau im Frühjahr und Herbst, hohe Unterhaltungskosten, Verschaltung der Stammpartien, Ausbildungsmöglichkeiten für Pilze und Schädlinge.

Zu 3.:
Bei den in der Semmelweisstraße entfernten Jungbäumen handelte es sich um private Bäume. Die Baufirma teilte damals auf Anfrage mit, dass die Bürgerinnen und Bürger ein Umpflanzen der Bäume nicht wollten. Der Bezirk hatte an dieser Diskussion keinerlei Anteil. Es war auch keine Bitte an den Bezirk zum Umpflanzen dieser privaten Bäume von privater Fläche in öffentliches Straßenland herangetragen worden.

Zu 4.:
Baumpatenschaften gibt es nicht mehr, aber Ober eine Baumscheibenpatenschaft kann man den Baum eine Gießpflege angedeihen lassen. Bei den ursprünglichen Baumpatenschaften verpflichtet sich der Baumpate zur Pflege. Diese Verpflichtung wollen Bürger nicht eingehen und rechtlich ist dies auch nicht durchzusetzen. Bei einer Baumscheibenpflege sind die Bürger als Ansprechpartner für die Verwaltung benannt. Es gibt aber keine rechtliche Verpflichtung. Daher wird dies eher akzeptiert und ist gängige Praxis.

Schriftliche Anfrage - SchA VIII/0521
 

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