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Verschwundene Bilder

André Schubert

Kleine Anfrage KA VII/0974

1. Stimmt es, dass aus der aktuellen Ausstellung „22. Foto Klub Forum Berlin“ im Rathaus Köpenick Bilder entfernt wurden?

2. Wer hat wann und warum die Abnahme der Bilder veranlasst?

3. Erfolgte die Entfernung der Bilder nach Rücksprache mit den Künstlern?

4. Wie bewertet das Bezirksamt diesen Vorgang?

Gestellt am 11.04.2016

Von André Schubert

Beantwortet am 22.06.2016

Antwort des Bezirksamts:

Zu 1.

Ja, aus der genannten Ausstellung wurden zwei Aktfotografien entfernt.

Zu 2.

Die Entfernung dieser beiden Fotografien wurde durch das Bezirksamt, Amt für Weiterbildung und Kultur, am 23. März 2016 veranlasst.

Grund dafür waren vorliegende Beschwerden von Mitarbeiterinnen und Besucherinnen bzw. Kundinnen des Bezirksamtes. Diese bezeichnen die Darstellung nackter Frauenkörper in öffentlichen Wartebereichen als sehr unpassend sowie diskriminierend. Bereits 2010 war es bezüglich einer Ausstellung im Rathaus Köpenick wegen der dort ausgestellten Aktfotografien zu erheblichen Verwerfungen und öffentlichem Unmut gekommen war. Demzufolge wurde ein Ausstellungsangebot aus dem Jahr 2014, welches auch Aktfotografien enthielt, durch das Bezirksamt besonders geprüft. Daber wurden sowohl die Gleichstellungsbeauftragte als auch die Frauenvertreterin des Bezirksamtes einbezogen.

Im Ergebnis wurde der Tatsache, dass das Rathaus ein öffentliches Dienstgebäude ist, Vorrang gegeben. Das Rathaus wird von den Bürgerinnen und Bürgern in erster Linie wegen der Erledigung von Amtsgeschäften aufgesucht, aber nur selten gezielt zum Besuch einer Ausstellung. Darüber hinaus kommen viele Menschen mit Migrationshintergrund in das Rathaus (z.B. wegen Einbürgerung), deren religiöse Gefühle durch Aktfotos nicht verletzt werden sollen. Eine Möglichkeit, Aktbilder in einem separaten Raum, auszustellen, ist leider nicht vorhanden. Die Rahmenbedingungen für die Ausstellung von Aktdarstellungen sind damit im  Rathaus also nicht gegeben. Leider wurde dies bei der Vorbereitung der aktuellen Ausstellung nicht beachtet.

Zu 3.

Der Vorsitzende der Gesellschaft für Fotografie, Landesverband Berlin, wurde noch vor Abhängung der Fotografien, ebenfalls am 23.März 2016, darüber informiert.

Zu 4.

Die Begründung für die Abhängung der Bilder entspricht der Auffassung des Bezirksamtes, dass das Rathaus als öffentliches Dienstgebäude nicht für die Ausstellung von Aktdarstellungen geeignet ist.

Michael Vogel 

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