Zukunft für therapeutisches Reiten im Quittenweg?
Schriftliche Anfrage VIII/1498
Der Träger der Jugendhilfe Fipp e. V. bietet in seinem Kinder- und Jugendfreizeitangebot auf dem Abenteuerspielplatz und Kinderbauernhof ASP Waslala seit längerer Zeit therapeutisches Reiten an. Im Zuge der Errichtung der Unterkunft für Geflüchtete im Quittenweg, die im Dezember 2020 freigezogen wurde, musste das Angebot therapeutisches Reiten mit den für die Pferde notwendigen Weiden nach Süden verlagert werden. Zu diesem Grundstück wurde mit der BIM ein Pachtvertrag abgeschlossen. Mit der nun vorliegenden Sportentwicklungsplanung werden die Flächen des Angebots des therapeutischen Reitens als auch die Weideflächen überplant und stünden dem Angebot des ASP Waslala bei Umsetzung nicht mehr zur Verfügung.
1. Aus welchen Gründen wurde in der Integrierten Sportentwicklungsplanung für Treptow-Köpenick beim Zielkonzept der Neunutzung "Quittenweg" die Nutzung des südlichen Geländes durch den ASP Waslala für das Angebot des therapeutischen Reitens der geplanten Sportanlage nicht erwähnt, sondern mit "liegt brach und ist durch Ruderalvegetation geprägt" beschrieben?
2. Wurde im Rahmen der Sportentwicklungsplanung vom Bezirksamt das Gespräch mit dem Träger Fipp e. V. bzw. der Leitung der Jugendfreizeiteinrichtung ASP Waslala gesucht und,
a. wenn ja, wann und mit welchem Ergebnis?
b. wenn nein, aus welchen Gründen wurden die derzeitigen Nutzer und Nutzerinnen des Geländes nicht mit eingebunden?
3. Schließt sich das Bezirksamt der Ansicht an, dass gerade im direkten Umfeld der Großbausiedlung Kosmosviertel das Angebot des therapeutischen Reitens ein sehr sinnvolles und nachhaltiges Angebot für Bewegung von Kindern- und Jugendlichen neben dem direkten Kontakt mit Pferden ist und daher bestehen bleiben sollte?
4.Ist dem Bezirksamt bekannt, dass das Angebot des therapeutischen Reitens sowohl die direkte Verbindung zum Waslala Abenteuer-Spielplatz benötigt, um den Kindern und Jugendlichen einen verkehrssicheren Übergang zum Angebot zu gewährleisten, als auch eine Weidefläche für die Pferde des therapeutischen Programms?
5. Ist dem Bezirksamt weiterhin bekannt, dass eine noch weitergehende räumliche Trennung zwischen Abenteuer-Spielplatz Waslala und der Reit- und Weidefläche des therapeutischen Reitens das Ende dieses Angebotes bedeuten würde?
6. Wie schätzt das Bezirksamt den drohenden Wegfall dieses Bewegungsangebots für Kinder und Jugendliche ein?
7. Welche Möglichkeiten sieht das Bezirksamt, das Bewegungsangebot des therapeutischen Reitens, wie es derzeit von Fipp e. V. auf dem Abenteuerspielplatz Waslala angeboten wird, in die Planung der Sportanlage zu berücksichtigen, so dass das Angebot in seiner Gänze bestehen bleiben kann?
getellt am 09.06.2021
von Monika Belz
Das Bezirksamt antwortet am 29.06.2021
Aus welchen Gründen wurde in der Integrierten Sportentwicklungsplanung für Treptow-Köpenick beim Zielkonzept der Neunutzung "Quittenweg" die Nutzung des südlichen Geländes durch den ASP Waslala für das Angebot des therapeutischen Reitens der geplanten Sportanlage nicht erwähnt, sondern mit "liegt brach und ist durch Ruderalvegetation geprägt" beschrieben?
Wurde im Rahmen der Sportentwicklungsplanung vom Bezirksamt das Gespräch mit dem Träger Fipp e. V. bzw. der Leitung der Jugendfreizeiteinrichtung ASP Waslala gesucht und,
a. wenn ja, wann und mit welchem Ergebnis?
b. wenn nein, aus welchen Gründen wurden die derzeitigen Nutzer und Nutzerinnen des Geländes nicht mit eingebunden?
Dem Beschluss der Bezirksverordnetenversammlung zum „Bezirklichen Konzept zur Entwicklung der sozialen und grünen Infrastruktur in Treptow-Köpenick – SiKo 2016“ (Drs. VIII/0618) folgend, ist das Grundstück Quittenweg als Sportfläche vorgesehen. Die gesamte Fläche wird nicht für kommunaleAngebote für Kinder und Jugendliche vorgehalten, sondern in temporärer Nutzung lediglich als Weidefläche. In den gemeinsamen Gesprächen zur Integrierten Sportentwicklungsplanung wurden die Bedarfe zum Erhalt des Bewegungsangebotes tiergestützten Trainings und der Nutzung der Pferde im Rahmen des Abenteuerspielplatzes erörtert.
Schließt sich das Bezirksamt der Ansicht an, dass gerade im direkten Umfeld der Großbausiedlung Kosmosviertel das Angebot des therapeutischen Reitens ein sehr sinnvolles und nachhaltiges Angebot für Bewegung von Kindern- und Jugendlichen neben dem direkten Kontakt mit Pferden ist und daher bestehen bleiben sollte?
Das Bezirksamt teilt die Auffassung, dass das Angebot des therapeutischen Reitens ein sehr sinnvolles und nachhaltiges Angebot für Bewegung von Kindern- und Jugendlichen darstellt, weist aber darauf hin, dass die Region ein Defizit an ungedeckten Sportflächen aufweist, die für den vereinsgebundenen, schulischen und individuellen Bewegungssport essentiell sind.
Ist dem Bezirksamt bekannt, dass das Angebot des therapeutischen Reitens sowohl die direkte Verbindung zum Waslala Abenteuer-Spielplatz benötigt, um den Kindern und Jugendlichen einen verkehrssicheren Übergang zum Angebot zu gewährleisten, als auch eine Weidefläche für die Pferde des therapeutischen Programms?
Ist dem Bezirksamt weiterhin bekannt, dass eine noch weitergehende räumliche Trennung zwischen Abenteuer-Spielplatz Waslala und der Reit- und Weidefläche des therapeutischen Reitens das Ende dieses Angebotes bedeuten würde?
Dem Bezirksamt ist bekannt, dass für ein Angebot des therapeutischen Reitens auch Weideflächen in erreichbarer Entfernung erforderlich sind. Eine größere räumliche Entfernung bedarf zusätzlicher Personalmittel für Beaufsichtigung und Betreuung, die derzeit nicht zur Verfügung stehen?
Wie schätzt das Bezirksamt den drohenden Wegfall dieses Bewegungsangebots für Kinder und Jugendliche ein?
Ein tatsächlicher Wegfall des tiergestützten Trainings am Standort Altglienicke/Kosmosviertel wäre ein großer Verlust in der Angebotsvielfalt vor Ort. Wie jedoch in der Sportentwicklungsplanung ausgeführt, verfügt der Prognoseraum 3 über ein deutliches Defizit an ungedeckter Kernsportfläche. Aufgrund der steigenden Bevölkerungszahlen wird sich dieses Defizit bis 2030 noch erhöhen. Zudem gibt es in der Bezirksregion Altglienicke nur eine Sportstätte (Sportplatz Altglienicke) außerhalb von bestehenden Schulstandorten, die für den vereinsorganisierten Sport genutzt werden kann. Diese ist derzeit voll ausgelastet. Es ist Ziel des Bezirksamtes, die erforderlichen Bewegungsangebote für vereinsgebundenen, aber auch für Individual- und Schulsport zu verbessern. Das Bezirksamt und die Bezirksverordnetenversammlung haben die entsprechende Investitionsplanung zur Entwicklung einer Sportanlage auf dem Gelände beschlossen.
Welche Möglichkeiten sieht das Bezirksamt, das Bewegungsangebot des therapeutischen Reitens, wie es derzeit von Fipp e. V. auf dem Abenteuerspielplatz Waslala angeboten wird, in die Planung der Sportanlage zu berücksichtigen, so dass das Angebot in seiner Gänze bestehen bleiben kann?
Das Angebot des Abenteuerspielplatzes Waslala selbst ist nicht Gegenstand der Betrachtung der Integrierten Sportentwicklungsplanung und der bezirklichen Investitionsplanung an diesem Standort. Das Bezirksamt prüft derzeit fachämterübergreifend, ob im Rahmen der Entwicklung der Sportanlage an den Randflächen Weideareale zur Verfügung gestellt werden können.

