Bewässerung von Straßenbäumen
Schriftliche Anfrage VIII/0871
- Wie viele Firmen haben für dieses Jahr Aufträge für jeweils wie viele Bewässerungsgänge vom Bezirksamt erhalten?
- Wo finden regelmäßige Bewässerungsgänge für Straßenbäume statt und wo nicht?
- Wie viele Bewässerungsgänge müssten aus Sicht des Bezirkamtes vergeben werden, um eine wöchentliche flächendeckende Bewässerung der Straßenbäume zu sichern?
- Wird die BSR durch das Bezirksamt mit Bewässerungsgängen beauftragt und, wenn nein, warum nicht?
- Wie wurden im Jahr 2018 die zusätzlich bereitgestellten Mittel für zusätzliche Bewässerungsgänge von Straßenbäumen verwendet?
gestellt am 08.07.2019
von Uwe Doering
Das Bezirksamt antwortet am 11.07.2019
Wie viele Firmen haben für dieses Jahr Aufträge für jeweils wie viele Bewässerungsgänge vom Bezirksamt erhalten?
Insgesamt pflegen 12 Firmen im Rahmen der Fertigstellungs- und Entwicklungspflege die gepflanzten Bäume der Stadtbaumkampagne, Pflanzungen aus Städtebaulichen Verträgen und Ausgleichs- und Ersatzpflanzungen etc..
Weitere zwei Firmen sind beauftragt, insgesamt 5.600 Jungbäume ab 3. Standjahr bis ca. 10. Standjahr zu wässern. Bäume, die älter sind, sind nicht mehr in der Bewässerung, da sich die Baumscheiben älterer Bäume nicht beliebig für die Bewässerung herrichten lassen (die Gießmulde kann nicht mehr ausgeführt werden). Beauftragt wurden zunächst 13 Bewässerungsgänge, d.h. wässern alle 14 Tage. Auf Grund der Witterung wurde jetzt die wöchentliche Bewässerung mit den Firmen vereinbart. Das bedeutet die Erhöhung der Bewässerungsgänge von 13 auf 19-20.
Wo finden regelmäßige Bewässerungsgänge für Straßenbäume statt und wo nicht?
Im gesamten Bezirksgebiet erfolgt die Bewässerung von Straßenbäumen. Bewässert werden auch Pflanzungen in Schulen und in Grünanlagen sowie auf Friedhöfen.
Bäume ab 10. Standjahr sind nicht mehr im Bewässerungsprogramm.
Wie viele Bewässerungsgänge müssten aus Sicht des Bezirkamtes vergeben werden, um eine wöchentliche flächendeckende Bewässerung der Straßenbäume zu sichern?
Das hängt von der Witterung ab. Auf Grund der Erfahrungen der letzten Jahre wird zunächst ein 14-tägiger Bewässerungsrhythmus zugrunde gelegt.
ln "normalen" Jahren ist dies ausreichend.
In trockenen Jahren wie 2018 und inzwischen auch 2019 sollte dieser Rhythmus verkürzt werden.
Ob dies umgesetzt werden kann, hängt dann jeweils von den finanziellen Möglichkeiten des Bezirkes und den Kapazitäten der Firmen ab. In 2018 und 2019 kann die wöchentliche Bewässerung ab Juli - Ende der Vegetation auf Grund der zusätzlich durch SenUVK bereitgestellten Mittel ermöglicht werden.
Es fehlt derzeit noch die Zusage einer Firma. Sie wird aber erwartet.
ln einem Bewässerungsgang werden 80 I/Baum gewässert. Das setzt voraus, dass entsprechende Gießringe vorhanden sind, damit die Wassermenge auch bei vorsichtigem Einbringen nicht breit läuft sondern im Wurzelbereich des Baumes bleibt.
Wird die BSR durch das Bezirksamt mit Bewässerungsgängen beauftragt und, wenn nein, warum nicht?
Das Angebot der BSR von 18,00 €/Baum ist aus hiesiger Sicht überteuert und wird nicht
beauftragt.
Zudem ist die Anzahl der Bewässerungsgänge nicht festgelegt.
Unsere submillierlen Preise liegen deutlich darunter.
Zudem enthält das Angebot der BSR nicht das Anlegen der Gießringe, was Voraussetzung für eine sinnvolle Bewässerung ist.
Die BSR wässert mit 120l/Baum, was aus fachlicher Sicht nicht unterstützt werden kann. Ohne Gießring und dann noch bei dem ausgetrockneten Boden kommt diese Wassermenge nicht gänzlich dem Baum zugute.
Wie wurden im Jahr 2018 die zusätzlich bereitgestellten Mittel für zusätzliche Bewässerungsgänge von Straßenbäumen verwendet?
Im Jahr 2018 wurden die Bewässerungsdurchgänge erhöht und dies erfolgt auch in 2019 so.
Insgesamt ist die Situation sehr angespannt. Eine künstliche Bewässerung ersetzt keine
natürlichen Niederschläge. Grundwasserganglinien sinken und somit sind auch ältere Bäume betroffen. Es gibt deshalb sehr viele Trockenschäden auch an älteren Bäumen. Diese können im Regelfall nicht bewässert werden, weil keine Gießringe angelegt werden können.
Künstliche Wassergaben verlaufen ins Umfeld, weil oftmals auch der Bodenhorizont am
Stamm höher ist als in Stammferne.

