Gendergerechte Sprache - Keine Vorschriften wie zu schreiben ist
In eigener Sache: Warum wir im Blättchen und Aus dem Rathaus geschlechtergerechte Sprache verwenden.
Diese Zeitung wird von vielen verschiedenen Menschen produziert und gelesen. Die sozialen Geschlechtsidentitäten unserer Autor:innen und Leser:innen können unterschiedlich sein. Wir respektieren das und zeigen unsere Rücksichtnahme durch entsprechende Wortwahl. Ebenso vermeiden wir rassistische oder herabsetzende Sprache in Bezug auf soziale Herkunft, körperliche Einschränkungen oder andere Diskriminierungen. Wir setzen auch auf barrierefreie Sprache, da nicht jede:r die Sprache von Behörden versteht.
Als LINKE haben wir uns dem Kampf gegen Diskriminierung verschrieben und möchten als Vorbild vorangehen. Wir sind uns bewusst, dass neue Umgangsformen, Erkenntnisse und Veränderungen anfangs ungewohnt sein können. Dennoch sind sie ein Gewinn für die gesamte Gesellschaft. Vor einigen Jahren wurde die Barrierefreiheit in Gebäuden oder öffentlichen Verkehrsmitteln noch als übertrieben aufwendig angesehen. Doch mittlerweile ist uns klar geworden, dass nicht nur Menschen mit körperlichen Einschränkungen darauf angewiesen sind, sondern auch Eltern mit Kinderwagen oder Großeinkauf. Tatsächlich profitieren wir alle davon, sei es, weil wir älter werden oder einen Unfall hatten.
Momentan versuchen rechte und konservative Kräfte, einen regelrechten Kulturkampf gegen geschlechtergerechte Sprache zu inszenieren. Ihr Ziel ist es, Empörung zu schüren, um für ihr menschenverachtendes Weltbild zu mobilisieren. Dabei verbreiten sie den Mythos einer ursprünglichen, unveränderlichen Sprache. Doch wir wissen, dass Sprache sich kontinuierlich weiterentwickelt und anpasst. Neue Begriffe treten auf, während alte in Vergessenheit geraten. Unsere Sprache ist nicht mehr die unserer Großeltern. Dies ist jedoch kein Nachteil, sondern ein Zeichen für sozialen, gesellschaftlichen und technischen Fortschritt.
Im Gegensatz zu rechten und konservativen Kräften wollen wir unsere Autor:innen nicht zensieren oder ihnen vorschreiben, wie oder ob sie geschlechtergerechte Sprache verwenden sollen. Es gibt bei uns keine einheitliche Blattlinie, in anderen linken Publikationen ist das jedoch selbstverständlich. Stattdessen zeigen wir Solidarität mit denjenigen, die das Ziel rechter, menschenverachtender Politik sind: Frauen, Minderheiten und alle, die nicht in ihr autoritäres Weltbild passen. Wir demonstrieren diese Solidarität auch durch unsere Sprache. Indem wir geschlechtergerechte Sprache verwenden, setzen wir ein Zeichen und leisten einen Beitrag für eine gerechtere, inklusivere und damit linke Gesellschaft.
Dieser Artikel erschien zuerst in Aus dem Rathaus vom 04.07.2023
Aus dem Rathaus ist die monatlich erscheinende Zeitung der BVV-Fraktion DIE LINKE, in der über aktuelle Themen der Bezirksversammlung und Kommunalpolitik berichtet wird. Sie wird als Einleger im Blättchen flächendeckend im Bezirk verteilt. Beide sind zudem auch kostenlos online erhältlich.
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