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Aus dem Rathaus

Home Office im öffentlichen Dienst muss Corona überdauern

Philipp Wohlfeil

Angesichts der gravierenden Folgen der COVID 19-Pandemie sowohl durch den Krankheitsverlauf selbst, aber eben auch durch die Kollateralschäden der Eindämmung von Chancen zu sprechen, kann leicht als Zynismus abgetan werden. Trotzdem dürfen wir über gewonnene Erkenntnisse nicht einfach hinweggehen.

Es hat sich gezeigt, dass die Anwesenheit in Büros im öffentlichen Dienst nicht in allen Fällen erforderlich ist, gleichzeitig wurden aber auch Defizite in der Digitalisierung und in der mangelnden Ausstattung mit notwendiger Hardware offengelegt. Die Vorteile von Home Office liegen jedoch auf der Hand: Mehr Zufriedenheit und Motivation bei den Beschäftigten, wegen erhöhter Flexibilität und eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben und mehr Freizeit durch wegfallende Fahrtwege. Das Bezirksamt kann Büroflächen sparen, in Gefahrensituation die Arbeitsfähigkeit gewährleisten und bei Stellenausschreibungen mit Home Office für sich werben. Weniger Arbeitswege sorgen für geringere Kosten, eine Entlastung der Verkehrsträger und sind ökologisch sinnvoll.

Deshalb bin ich für ein grundsätzliches Recht auf Home Office im Bezirksamt Treptow-Köpenick, wo immer dienstliche Gründe dem nicht entgegenstehen. Klar gibt es im Detail viele Einzelfragen zu klären, wie steht es um Datenschutz, Arbeitsschutz, die Gefahr der Entgrenzung und Ergonomie am heimischen Arbeitsplatz? Wer aber nur die Probleme sieht, verschließt sich Lösungen.

Philipp Wohlfeil, Vorsitzender der BVV-Fraktion DIE LINKE


Dieser Artikel erschien zuerst in Aus dem Rathaus vom 04.06.2020

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