Johannes-Bobrowski-Bibliothek Friedrichshagen
Schriftliche Anfrage
Drucksache Nr. IX/1141 vom 30.01.2026 der Bezirksverordneten Edith Karge – Die Linke.
Ich frage das Bezirksamt:
Welchen Sachstand gibt es bei den Bemühungen, einen neuen Standort für die Stadtteilbibliothek Johannes Bobrowski in Friedrichshagen zu finden?
Hierzu antwortet das Bezirksamt Treptow-Köpenick:
Die Antwort schließt an die Antworten zu den Schriftlichen Anfragen SchA IX/0767 und IX/0958 an.
Die für den Ersatzstandort ausgewählte Leerstandsliegenschaft in der Albert-Schweitzer-Str. 51 (ehemaliges Warmbad) wurde im Februar 2025 vom Landesdenkmalamt in die Berliner Denkmalliste aufgenommen, weshalb alle Vorhaben mit dem Denkmalschutz abzustimmen sind. Es ist zu prüfen, ob sich das Erhaltungsinteresse mit einem modernen Bibliotheksbau verbinden lässt. Zu diesem Zweck hat im Juni 2025 eine erste Vor-Ort-Begehung stattgefunden. Daran haben das Amt für Weiterbildung und Kultur, das Facility Management und das Landesdenkmalamt teilgenommen. Eine Besichtigung war nur von außen möglich. Es ging bei dem Termin insbesondere um die Einschätzung, ob trotz Denkmalstellung eine Nutzung möglich wäre. Tatsächlich bezieht sich der Erhaltungswert insbesondere auf die Außenhülle des Gebäudes, so dass im Ergebnis dieses Termins eine innenräumliche Umgestaltung zu einer modernen Bibliothek denkbar wäre.
Zur weiteren Prüfung wurde ein Termin für die innenräumliche Begehung mit den dafür notwendigen Fachleuten vorbereitet, der am 19.02.2026 gemeinsam mit den Denkmalschutzbehörden, dem Amt für Weiterbildung und Kultur sowie der Serviceeinheit Facility Management stattfand. Auf den ersten Blick zeigt sich ein stark sanierungsbedürftiger Zustand. Die Bausubstanz scheint jedoch intakt zu sein.
Nun muss geprüft werden, ob und in welcher Form ein Umbau zu einer modernen, zeitgemäßen Bibliothek möglich ist. Dabei spielen sowohl denkmalrechtliche Vorgaben als auch funktionale Anforderungen eine wichtige Rolle.
Parallel zum möglichen Standort „Warmbad“ wurde auf Bitte des Amtes für Weiterbildung und Kultur erneut der Alternativstandort „Aufstockung des Gebäudes Myliusgarten 20“ durch die Serviceeinheit Facility Management geprüft. Das Ergebnis war negativ.
Aufgrund der möglichen Folgewirkungen der Denkmaleigenschaft konnte das Vorhaben „Warmbad“ zunächst nicht für die Investitionsplanung 2025-29 angemeldet werden. Sollte die Möglichkeit bestätigt werden, dass eine Kombination von Denkmal und moderner Bibliothek machbar ist, wird das Vorhaben wieder für die Investitionsplanung angemeldet.

