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Aus dem Rathaus

Keine Repression gegen Sexarbeitende

Hydra hat Hilfsfonds aus Spendengeldern eingerichtet

Wie viele Unternehmen, Geschäfte und insbesondere Anbieter:innen körpernaher Dienstleistungen, sind auch Sexarbeitende von den Distanzmaßnahmen zur Eindämmung der Coronapandemie betroffen. Anders als viele andere Unternehmen können Sexarbeiter:innen nicht etwa ins Homeoffice wechseln oder Distanz wahrende Lieferdienste anbieten. Sexarbeiter:innen sind meist als Solo-Selbständige tätig und können damit zwar auf Soforthilfen von Bund und Ländern zurückgreifen, viele sind allerdings in Deutschland nicht registriert, haben keine Papiere oder andere Hürden zu sozialer Absicherung und sind damit aktuell besonders von Armut bedroht.

Die Hurenorgansiation Hydra hat deshalb etwa einen Hilfsfonds aus Spendengeldern eingerichtet, um in Not geratene Sexarbeiter:innen zu unterstützen.

Währenddessen erscheinen nun wieder laute Stimmen, welche die „günstige Gelegenheit“ nutzen wollen, um Sexarbeit auch nach der Pandemie zu verbieten. Sexarbeiterinnen werden in offenen Briefen, unter anderem an den Berliner Senat, mit dem jahrhundertealten und dennoch unwahren Stigma der Krankeitsverbreiter belegt und es wird angeregt, ihnen mit einem Sexkaufverbot die Arbeitsgrundlage zu rauben. Dieses drängt Sexarbeiter:innen aber ins Verborgene und begünstigt damit Abhängigkeits- und Ausbeutungsverhältnisse, es erschwert Hilfestellungen und endet für Sexarbeitende oft tragisch und viel zu oft tödlich.

Anna Hoffmann, Vorstand von Hydra e.V.: „Was Sexarbeiter:innen tatsächlich hilft, ist eine respektvolle und diskriminierungsarme Haltung, die Vertrauen ermöglicht. Wir wissen aus den Erfahrungen in anderen Ländern, dass schlechte Arbeitsbedingungen, Not, Zwang, Gewalt und Ausbeutung überall dort stark zunehmen, wo Sexarbeit kriminalisiert und verboten wird. Das eigentliche Problem sind Armut und ungerechte Verteilung von Ressourcen ebenso wie Rassismus, Arroganz und Unkenntnis der Realitäten von Sexarbeitenden. Die Corona-Pandemie verstärkt gesellschaftliche Missstände, auch in der Sexarbeit. Daher sind bedarfsgerechte und unbürokratische Hilfen das Gebot der Stunde, ohne diese an Ausstieg oder andere Auflagen zu knüpfen.“

Spenden für den Hydra Hilfsfonds:   hydra-berlin.de/spenden/


Dieser Artikel erschien zuerst in Aus dem Rathaus vom 04.06.2020

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