Projekt "Grenzhafen Berlin"
Schriftliche Anfrage
Drucksache Nr. IX/1056 vom 27.08.2025 des Bezirksverordneten Uwe Doering – Die Linke.
Ich frage das Bezirksamt:
- Ist dem Bezirksamt bekannt, dass laut Medienberichten für den unter Denkmalsschutz stehenden ehemaligen Grenzsteg zwischen Treptow und Friedrichshain ein Konzeptverfahren "für eine neue Begegnungsstätte" läuft, welches u. a. ein Gebäude und eine Marina vorsieht für das demnächst ein Bauantrag eingereicht werden soll, und wenn ja, was wird konkret geplant und wie ist der Stand der Gespräche?
- Wenn das Bezirksamt für das Projekt nicht zuständig sein sollte, wer ist dann gegebenenfalls für das Projekt zuständig oder sind mehrere Ämter / Verwaltungen zuständigkeitshalber am Verfahren beteiligt?
Hierzu antwortet das Bezirksamt Treptow-Köpenick:
Zu 1.
Ja, das ist dem Bezirksamt bekannt. Planungen zur Errichtung eines Museumshafens am ehemaligen Grenzsteg in der Spree zwischen Friedrichshain und Kreuzberg bestehen bereits seit 15 Jahren.
Zunächst hatte das Wasserschifffahrtsamt als Eigentümer 2012 ein Interessenbekundungsverfahren ausgelobt. Das darauf aufbauende Konzeptverfahren hat die Stiftung Museumshafen gewonnen. Kernidee ist es, die historische Steganlage nicht nur zu erhalten, sondern durch ein Museum, einen Museumshafen mit historischen Binnenschiffen und ergänzende Angebote wie Gastronomie und Veranstaltungsflächen in die Gegenwart zu holen.
Um die denkmalgerechte Umsetzung zu sichern und zugleich architektonische Akzente zu setzen, startete Anfang des Jahres 2025 ein kooperatives Werkstattverfahren. Ausloberin ist die Stiftung Museumshafen. Die Wasserschifffahrtsverwaltung, die Bezirke Friedrichshain-Kreuzberg und Treptow-Köpenick und das Landesdenkmalamt sind Beteiligte in diesem Verfahren. Im Juli stellten sechs Architekturbüros ihre Entwurfsideen vor. Die Ausloberin wählte unter Berücksichtigung des Votums der beteiligten Behörden zwei Ideen aus, die aktuell weiterqualifiziert werden. Ziel des Werkstattverfahrens ist die Erarbeitung eines genehmigungsfähigen Entwurfs für ein Museum zur Darstellung der Teilungsgeschichte Berlins und einem Museumshafen, in dem historische Schiffe ankern. Die Ausloberin hat sich das Ziel gesetzt, den Bauantrag noch in 2025 einzureichen.
Das Projekt wurde von mir als Bezirksbürgermeister begleitet. Zuständig war zunächst die Wirtschaftsförderung. Genehmigungsrechtliche Fragen bearbeiten das Stadtentwicklungsamt und das Straßen- und Grünflächenamt.
Zu 2.
Für das Vorhaben bedarf es einer Baugenehmigung einschließlich denkmalrechtlicher und wasserrechtlicher Genehmigung. Zuständige Genehmigungsbehörde ist Friedrichshain-Kreuzberg, zumindest für den wasserseitigen Teil. Für die Genehmigung der landseitigen Anbindung ist Treptow-Köpenick zuständig. Verfahrensfragen werden erst nach Vorliegen des Entwurfs abschließend geklärt.

