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Aus dem Rathaus

Stolpersteine für Bianka, Eva, Ursel und Kurt Rosenthal sowie Bruno Lüdke

Stolpersteinverlegung für Bruno Lüdke im Beisein des Schauspielers Mario Adorf und Bundes­präsidenten Frank-Walter Steinmeier
Der Stolperstein für Bruno Lüdke
Stolpersteinverlegung für die Familie Rosenthal mit den Fraktionsvorsitzenden Carsten Schatz (AGH) und Philipp Wohlfeil (BVV)

Mario Adorf bei der Stolperstein-Verlegung

Kurt Rosenthal war Bankbeamter und heiratete 1922 Blanka Mathias Im Jahr darauf wurde die erste Tochter Eva Hannelore geboren. 1933 verlor der Vater im Zuge des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums seine Anstellung und versuchte sich und die Familie als Inkassovertreter über Wasser zu halten. 1935 erhielt er eine Anstellung als Klubwart seines Ruderklubs, der Jüdischen Wassersportgesellschaft 1898. Die Familie wohnte nun in einer kleinen Wohnung im Klubhaus in der Waldowstraße 2, der heutigen Joseph-Nawrocki-Straße 12. Die zweite Tochter Ursel Marianne erblickte 1936 das Licht der Welt.

1940 waren die Rosenthals gezwungen ihre Wohnung zu verlassen, und in das „Judenhaus“ in der Mühlenstraße 77 in Berlin-Pankow zu ziehen. 1941 erlag Kurt Rosenthal den durch Misshandlung durch die Gestapo erlittenen schweren Verletzungen. Blanka Rosenthal wurde mit der sechsjährigenTochter Ursel 1942 nach Riga deportiert, und dort im Wald bei einer Massenerschießung ermordet. Die ältere Tochter Eva wurde am 1943 im Rahmen der „Fabrikaktion“ nach Auschwitz deportiert und dort ermordet.

Die Fachstelle TKVA – Treptow-Köpenick für Vielfalt und gegen Antisemitismus und die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten Köpenick e.V. luden nun zur Verlegung von Stolpersteinen Joseph-Nawrocki-Straße ein.

Bruno Lüdke galt lange Zeit als der schlimmster Massenmörder Deutschlands. Doch es ist belegt, dass der geistig behinderte Mann nicht einen der mehr als 50 Morde begangen hat, die ihm die Nazis zur Last legten.Der 1908 in Cöpenick geborene Lüdke, dem nie ein Prozess gemacht wurde, starb im Gewahrsam des von den Nationalsozialisten betriebenen Kriminalmedizinischen Zentralinstituts der Sicherheitspolizei in Wien, vermutlich an den Folgen von Menschenversuchen.

Initiiert hat diesen Stein der Schauspieler Mario Adorf, der 1957 mit der Figur des Bruno Lüdke im Film „Nachts, wenn der Teufel kam“ seinen Weltruhm begründete. Im Gespräch mit der Berliner Zeitung erklärt der 90-Jährige, warum ihm dieser Stein so wichtig ist. Mario Adorf und Bundespräsident Frank Walter Steinmeier waren bei der Stolperstein-Verlegung anwesend.

"Bruno Lüdke war kein Täter, er war ein Opfer", sagte Steinmeier bei der Stolperstein-Verlegung. Mit dem Gedenken an Lüdke werde auch der vielen behinderten Menschen gedacht, "die von den Nazis verfolgt, missbraucht und ermordet worden sind".


Dieser Artikel erschien zuerst in Aus dem Rathaus vom 02.09.2021

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